Archiv für die Kategorie ‘Fisch’

Ein Wort zu morgendlichen Gaumenfreuden

Mittwoch, 22. Januar 2014

Meine Devise: Ohne Frühstück geht überhaupt nichts! Nie und nimmer. Über meine Frühstücksgewohnheiten habe ich mich ja hier schon ausgiebig ausgelassen und geändert hat sich seitdem auch nur sehr wenig. Wenn ich nicht richtig frühstücke komme ich nur schwer in die Gänge – und ja, wenn ich Hunger habe bekomme ich schlechte Laune. Ich bin auch irgendwie mehr der “salzige” Typ, ein Frühstück nur mit Marmelade, “Irgendeinerhaselnusschokocreme” oder sonstigen zuckrigen Aufstrichen wird man bei mir nicht (bzw. selten) finden. Wird man nur von einem luftigem weißen Brötchen mit Honig eigentlich auch wirklich richtig wach? Ich mitnichten. Ein kräftig-kerniges Brot oder Brötchen mit Käse, dazu Oliven und Tomaten wirkt doch schon fast wie ein “Tritt in den Hintern” und weckt damit sämtliche Lebensgeister. Bilde ich mir zumindest ein.

In letzter Zeit hat ein Omelette mit Spinat und Bergkäse (wochenendtäglich) bis auf wenige Ausnahmen, die Oberhand gewonnen. Am Ei komme ich am Wochenende sowieso nicht vorbei und um dem ganzen die Krone aufzusetzen kombiniere ich gelegentlich den Spinat einfach mit Räucherlachs und selbstgezüchteten Radieschensprossen an Spiegelei. Das Eigelb läuft nach dem Anschneiden wunderbar über den Lachs, die Spinatblätter und Sprossen. Neben dem Geschmackserlebnis natürlich ein weiterer und nicht ganz so unbedeutender Punkt: Ein deftiges Frühstück kann natürlich durchaus gesund sein.

Ein detailliertes Rezept spare ich mir dazu. Einfach eine gute handvoll Babyspinat in etwas Öl anbraten. Eier auf den Spinat schlagen und den Räucherlachs dazugeben. MIt Salz und Pfeffer würzen. Das ganze bei mittlerer Hitze braten bis die Eier nach Geschmack gestockt sind. Das leckerste Frühstück ever dann behutsam auf den Lieblingsteller gleiten lassen, mit Radieschensprossen satt bestreuen und genießen! P.S: Wer mag gibt einfach noch frisch geriebenen Meerrettich dazu.

Forelle in Riesling

Mittwoch, 07. November 2012

Schon als Kind habe ich meine Begeisterung für ganze Fische entdeckt. Besonders toll fand ich damals frische, noch warme Forellen direkt aus dem Räucherofen der Nachbarn – Kopf und Gräten der Fische stand ich ganz unvoreingenommen und unerschrocken gegenüber. Die Nachbarn sind heute leider nicht mehr die gleichen, aber meine Liebe zum heimischen Fisch am Stück ist definitiv geblieben. Regelmäßig liegt deswegen ein ganzer Fisch auf dem Teller – dieses mal mit Schwips und unter Verwendung geeigneten “Verpackungsmaterials”, unglaublich saftig.

Dank (Kräuter-)Butter und etwas Alkohol bei die Fische sammelt sich in der Alufolie ein herrlich gekräuterter und aromatischer Sud, welcher hervorragend mit frischem Baguette harmoniert. Dazu etwas Salat und ein tolles und schnelles Gericht ist gesichert.

Einfacher, unkomplizierter und leckerer kann man einen ganzen Fisch fast nicht zubereiten, wobei ich ja Röstaromen trotzdem nicht ganz abgeneigt bin. Diese Zubereitungsart aber spart Zeit, der Abwasch beschränkt sich auf ein Minimum und eine so gegarte Forelle lässt sich auch prima vorbereiten. Perfekt auch wenn sich Gäste ankündigen!

Zutaten für 2 Personen

1 Regenbogenforelle, ca. 600 g
100 ml Riesling
1 TL Kräuterbutter
6 Zweige Thymian, frisch
2 Zweige Rosmarin, frisch
6 Salbeiblätter
2 Knoblauchzehen
1 Bio-Zitrone
Meersalz
Pfeffer, schwarz

Zubereitung

Backofen auf 200 Grad (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Die Forelle waschen und mit Küchenpapier trockentupfen.

Die Zitrone gründlich mit heißem Wasser waschen und die Schale abreiben. Den Saft auspressen. Knoblauch schälen und pressen. Den Zitronensaft mit etwas Salz, Pfeffer und dem Knoblauch mischen und die Forelle innen und außen damit einreiben.

Die Hälfte der Kräuter und die Hälfte der abgeriebene Zitronenschale in die Bauchhöhle der Forelle geben. Den Fisch auf ein ausreichend großes Stück Alufolie legen. Restliche Kräuter, Zitronenschale und Kräuterbutter- flöckchen auf und um den Fisch verteilen. Die Alufolie etwas hochbiegen, anschließend den Riesling vorsichtig angießen. Das Fischpäckchen gut verschließen und die Forelle im vorgeheizten Ofen ca. 40 Minuten garen.

Asia-Graved-Lachs mit Koriander-Gin und Ingwer

Sonntag, 08. Juli 2012

Die Prüfungen sind bestanden und zur Feier des Tages braucht es natürlich auch einen adäquate, kulinarische Begleitung zur klaren Flüssigkost. Die Idee ist natürlich überhaupt nicht neu, vor mir haben schon Sabine und Sophie Lachs lecker asiatisch gebeizt. Für mich war es die absolute Beiz-Premiere und die Wartezeit ist für ungeduldige Personen wie mich kein wirklicher Spaß. Aber der aromatische und zarte Lachs entschädigt auf alle Fälle die Wartezeit und zergeht förmlich auf der Zunge.

Und wozu? Der gebeizte Lachs schmeckte uns pur zu asiatischem Pflücksalat vom Markt mit einer Soja-Sesam-Honig-Vinaigrette und Baguette. Am nächsten Tag gewürfelt mit einem Klecks Schmand, Limettensaft, geriebenem Ingwer und etwas Wasabi zu einem Tatar verrührt, angerichtet auf warmen und knusprigen Zucchini-Nori-Puffern – very delicious! Das Rezept lässt sich natürlich nach Lust, Laune, Geschmack und vorhandenen Zutaten variieren. Wichtig ist eigentlich nur, dass der Fisch sehr frisch ist, gut entgrätet und nicht enthäutet ist.

Und da ich jetzt Blut geleckt habe, gibt es auf alle Fälle in diesem Sommer noch den nächste gebeizten Lachs – mit geräuchertem Schwarztee und Lagavulin Whisky. Beides gehört wegen unüberrbückbarer Differenzen auf alle Fälle nicht zu meinen Lebensmitteln bzw. Getränken des täglichen Konsums. Beim Aufbrühen von geräuchertem Tee läuft man Gefahr, das die Nachbarn die Feuerwehr alarmieren und wer dem Geschmack von Torf, Rauch und Erde etwas abgewinnen kann, der wird an diesem Whisky sicher seine Freude haben. Ich nicht, aber in Kombination mit Lachs bestimmt. Hoffentlich. Ich bin gespannt.

Zutaten

1 kg Bio-Lachsfilet am Stück (mit Haut)
1 Bund Koriander
1 Bund Thai-Basilikum
1 Stück Ingwer (ca. 25 g)
2 Bio Limetten
2 EL Kokosmilch
1 rote Chilischote
1/4 TL  Zitronengras, gemahlen
4 EL Koriander-Gin (selbstgemacht, alternativ normaler Gin)
50 g Zucker
50 g Salz
20 g Szechuan-Pfeffer, frisch gemahlen

Zubereitung

Das Lachsfilet kalt abspülen, trockentupfen und eventuelle Gräten entfernen. Lachs mit 2 EL Koriander-Gin einreiben  mit der Hautseite nach unten in eine Form mit hohem Rand legen. Kühl stellen.

Koriander und Basilikum grob hacken. Ingwer schälen und fein reiben. Chilischote in feine Würfel schneiden. Limette waschen und die Schale abreiben. Koriander, Thai-Basilikum, Ingwer, Limettenschale und Zitronengras mit der Kokosmilch und dem restlichen Gin kurz und nicht zu fein pürieren. Chiliwürfel untermischen.

Zucker, Salz und Pfeffer mischen. Die Hälfte der Mischung gleichmäßig auf dem Lachs verteilen, den Rest unter die Koriander-Ingwer-Masse rühren. Die Masse gleichmäßig auf dem Lachsfilet verteilen und etwas andrücken. Die Form mit Klarsichtfolie bedecken und ca. 48 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen. Zwischendurch den Lachs immer wieder mit der sich bildenden Flüssigkeit beträufeln. Der Lachs wird jetzt fester und bekommt eine intensiv-orange Farbe.

Die Beize kurz mit kaltem Wasser abspülen und den fertig gebeizten Lachs trockentupfen. Mit einem scharfen Messer möglichst dünne Scheiben von der Haut schneiden.

Und da es sich beim dem Lachs natürlich um meine “Beiz-Premiere” handelt, passt er natürlich hervorragend zum Blog-Event “Das erste Ma(h)l” von Zorra und Nata.

Lachs-Bärlauch-Ravioli

Montag, 07. Mai 2012

Bevor sich die Bärlauchsaison leider wieder viel zu schnell von uns verabschiedet, muß dringend noch dieses Rezept für Lachs-Bärlauch-Ravioli für immer verewigt werden – ein Verlust wäre einfach unverzeihlich für mich. Irgendwie erschien mir die Kombi Räucherlachs-Bärlauch am Anfang doch schon etwas sehr exotisch, meine Sorge erwies sich aber dann doch als unbegründet. Passt vorzüglich!

Gottseidank steht mir seit kurzem eine neue Küchenhilfe zur Seite, welche mir die Ravioliproduktion schon arg erleichtert. Nein, keine Leibeigene, sondern ein eigenes, hübsch glänzendes Raviolibrett mit einem passenden, kleinen Nudelholz. Sehr empfehlenswert übrigends bei Hunger, Ungeduld und einem evtl. daraus resultierenden grobmotorischen Verhaltens. Die Pasta ist  mit so einem Raviolibrett wirklich absolut fix gefüllt und machen sich optisch definitiv nicht schlecht.

Bärlauch-Verächter ersetzen das grüne Gewächs einfach durch Dill, Spinat oder auch frisch geriebenen Meerrettich – ebenfalls perfekte und schmackhafte Partner für den Räucherlachs. In diesem Fall mein Tip: Ausprobieren!

Zutaten für  4 Personen:

1 kleine Schalotte
5 g Butter
125 g Ricotta
150 g Bio-Räucherlachs
1 Eigelb
40 g Bärlauch
Abrieb einer 1/2 Bio-Zitrone
Meersalz
Pfeffer

1 Portion Pastateig *klick*

Zubereitung:

Für die Füllung Schalotte abziehen,  fein würfeln und in der Butter glasig dünsten. Abkühlen lassen.

Bärlauch fein hacken. Räucherlachs möglichst fein würfeln. Ricotta mit Eigelb und Zitronenabrieb  glatt rühren. Gedünstete Schalotten, Bärlauch und Räucherlachs gründlich unterrühren. Die Hälfte der Masse mit dem Schneidstab fein pürieren und mit der unpürierten Füllung verrühren.

Pastateig mit der Nudelmaschine zu dünnen Platten (Stufe 2) verarbeiten. Das Raviolibrett gründlich bemehlen und die Teigbahn auf Länge des Raviolibretts anpassen. Teigbahn auf das Raviolibrett legen und mit Hilfe eines Kochlöffels leicht in die Vertiefungen drücken.

Die Füllung mit einem Spritzbeutel oder zwei Teelöffeln gleichmäßig verteilen. Eine zweite Nudelbahn darüberlegen und vorsichtig mit der Hand andrücken. Darauf achten, dass die Füllung nicht aus den Vertiefungen quillt. Mit einem Nudelholz vorsichtig darüberrollen – die beiden Nudelplatten sollten sich miteinander verbinden. Das Raviolibrett kippen und die Ravioli vorsichtig voneinander trennen.

Die Ravioli in leicht gesalzenem Wasser ca. 3-4 Minuten garen. Aus dem Wasser nehmen und abtropfen lassen. Nach Belieben in Zitronenbutter schwenken. Sofort servieren.

Kabeljau-Sauerampfer-Strudel auf cremigem Riesling-Speck-Kraut

Sonntag, 08. Januar 2012

Nach der ganzen Weihnachts- und Urlaubsvöllerei starte ich das Jahr auf keinen Fall mit einer eingeschränkten Kalorienzufuhr. Der Körper hat sich über Tage und Wochen mühsam an die gesteigerte Nährstoffzufuhr gewöhnt und jetzt soll alles apprupt im neuen Jahr ein Ende haben? Nicht mit mir und nicht heute und hier.

Und weil Speck und Kraut an sich schon eine leckere Kombination sind, potenziert sich der Geschmack (und Kalorien) mit Creme Double und reichlich Alkohol gleich nochmal. Diese köstliche Kreation ist übrigens ein Weltenbummlerrezept, denn es ist österreichischen Ursprungs, wurde in der New York Times gedruckt,  mir in Schottland von zwei Deutschen kredenzt und von meiner Wenigkeit  mit kleinen Abänderungen sofort mit Begeisterung nachgekocht. An diese Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön in Richtung der Insel!

Schneeweißer Fisch, cremeweißes Kraut, elfenbeinweißer Filoteig und Weißwein in einer samtweiße Sauce auf strahlend-weißen Tellern – das alle klingt nach einer (fast) perfekten Abstimmung für den Blogevent von Uwe. Leider hat sich der grüne Sauerampfer zwecks Dekoration etwas frech und vorlaut  in den Vordergrund gedrängt, was aber dem hellen Gesammt- erscheinungsbild hoffentlich keinen Abbruch tut. Uwe, einfach mal ein Auge zudrücken und großzügig drüber hinwegsehen!

 

 

Zutaten für 2 Personen:

300 g Sauerkraut (frisch oder Dose)
1 kleine, weiße Zwiebel
1 EL Rapsöl
1 kleine Kartoffel (ca. 80 g)
50 g geräucherter Speck
200 ml Gemüsebrühe oder Wasser
2 Lorbeerblätter
5 Pfefferkörner
3 Wacholderbeeren
1 Prise gemahlener Kümmel
1 EL Zitronensaft
200 ml Riesling
50 ml Noilly Prat
1 Becher Creme Double (120 g)
250 g Bio-Kabeljaufilet, in 4 gleichgroßen Stücken
4 Blätter Filoteig (35 x 35 cm)
40 g Butter, flüssig
24 kleine Blätter Sauerampfer
Salz
Pfeffer
Zucker

Zubereitung:

Das Kraut in reichlich kaltem Wasser ca. 2 Std. wässern damit es den saueren Geschmack etwas verliert. Das Kraut anschließend abgießen und gut ausdrücken.

Die Zwiebel in feine Würfel schneiden und im Rapsöl glasig dünsten. Speck, Sauerkraut, Gemüsebrühe oder Wasser und Gewürze zugeben und das Kraut ca. 45 Minuten bei kleiner Flamme köcheln lassen. Bei Bedarf noch etwas Brühe oder Wasser zugeben. Die Kartoffel fein reiben. Kartoffel unterrühren, Riesling und Noilly Prat angießen und das Kraut weitere 10 Minuten köcheln lassen. Zum Schluß Zitronensaft und Creme Double einrühren und das Kraut mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken.

Backofen auf 200 Grad vorheizen.

Eine Filoteigblatt auf ein feuchtes Geschirrtuch legen und dünn mit flüssiger Butter bepinseln. Das 2. Filoteigblatt exakt darauflegen und ebenfalls dünn mit Butter bepinseln. Die letzten beiden Blätter ebenfalls darauflegen und immer wieder dünn mit Butter bepinseln. Das Quadrat in jeweils gleichgroße Teile vierteln. Auf  jedes Teigquadrat mittig 1 Stück Fisch setzen, salzen, pfeffern und mit den Sauerampferblättern belegen. Die Teigseiten links und rechts einschlagen und den Fisch von unten nach oben einrollen. Die Fischpäckchen nochmals dünn mit Butter bestreichen und ca. 10 Minuten bei 200 Grad im Ofen goldbraun backen.

Das Sauerkraut erwärmen und durch ein Sieb gießen. Die Sauce auffangen und je nach Bedarf nochmals mit Salz und Pfeffer abschmecken und nach Belieben evtl. mit Stärkemehl binden. Die Kabeljau-Strudel mit der Sauce und dem Sauerkraut in tiefen Tellern anrichten und servieren.

 

Miesmuscheln im Thai-Curry-Sud

Montag, 26. September 2011

Ich liebe Muscheln – aber nur wenn ich sie nicht anschließend selbst verspeisen muß, Asche auf mein Haupt! ;-)

Wenns aber ums Zubereiten der kleinen Wassertierchen geht – da bin ich Feuer und Flamme dafür. Ich koche, rieche und probiere den Sud, die anderen schmecken und verspeisen das Ergebnis. Diese Arbeitsteilung ist doch nur mehr als gerecht, oder?

Nach oberleckeren Muscheln mit Cidre, Lauch und Speck von Steph, kommen dieses Mal asiatische Aromen mit ins Spiel. Völlig anders als die Vorgänger-Version aber nicht weniger schmackhaft, bietet sie diese Variante vor allem für Koriander- freunde an. Hier scheiden sich die Geister warscheinlich mindes- tens genaus so arg wie bei Muschelgerichten…

Zutaten für 2 Personen:

1 kg Miesmuscheln
1 weiße Zwiebel
1 EL Rapsöl
2 Knoblauchzehen
1-cm-Stück Ingwer
1 Karotte
1 Bund Lauchzwiebeln
200 ml Weißwein, trocken
50 ml Pflaumenwein
250 ml Kokosmilch
200 ml Fischfond
2 Kaffirlimettenblätter
1/2 Stängel Zitronengras, angedrückt
1/2 TL rote Currypaste
1/2 Bund Koriander
Szechuanpfeffer
Salz

Zubereitung:

Die Muscheln unter fließendem Wasser gründlich wässern. Kaputte und offene Muscheln, die sich auf Druck nicht schließen, aussortieren. Muscheln nochmals mehrfach kalt spülen.

Zwiebel fein würfeln, Knoblauchzehen in feine Scheiben schneiden, Ingwer reiben, Karotten fein würfeln, Kaffir- limettenblätter in feine Streifen und Lauchzwiebel in Ringe schneiden.

Öl in einem großen Topf erhitzen. Zwiebelwürfel, Ingwer und Knoblauch darin glasig dünsten, Karottenwürfel, Kaffirlimetten- blätter und Zitronengraß zugeben und ebenfalls kurz mitdüns- ten. Mit Weißwein und Pflaumenwein ablöschen. Fischfond zugießen und den Sud einige Minuten leicht köcheln lassen.

Die Flüssigkeit kräftig aufkochen, Lauchzwiebeln und Muscheln zugeben. Deckel aufsetzten und die Muscheln ca. 4 Minuten kochen lassen bis sie sich geöffnet haben.

Die Muscheln aus dem Sud nehmen und warm stellen. Noch geschlossene Muscheln aussortieren. Zitronengras entfernen und die Kokosmilch zugießen. Currypaste einrühren und den Sud kurz aufkochen. Mit Szechuanpfeffer und Salz würzen. Den Sud über die Muscheln geben, großzügig mit Korianderblättern bestreuen und mit frischem Baguette servieren.

Limetten-Dorade in Sherry mit karamellisierten Rosmarinkartoffeln

Mittwoch, 13. Juli 2011

Sehr geehrte Damen und Herren, hiermit beende ich die vorübergehende, kurze Sendepause mit einer limettisierten und alkoholisierten Dorade. Dazu passenderweise natürlich etwas karamellisiertes – in Form von kleinen, leicht knusprigen und wunderbar aromatischen Rosmarinkartoffeln. Ein Traum!

Wobei die Dorade bei dieser genialen Sättigungsbeilage schon fast zur Nebensache mutiert. Hierbei handelt es sich nämlich nicht um irgendeine schnöde Kartoffelbeilage sondern um mindestens 1 Stunde lang, mit Muscovadozucker bestreute und liebevoll in Salzbutter und Rosmarin geschwenkte kleine Kartof- feln. Außen unwahrscheinlich aromatisch und knusprig, innen dagegen butterweich. Manche Rezepte sind einfach zu schön, um wahr zu sein! 

Schuld an dieser süchtigmachen Beilage ist natürlich wieder mal Astrid. Sie hat mir via Facebook den Mund dermaßen wässrig gemacht, seither werden diese köstlichen Rosmarinkartoffeln im Hause rock the kitchen! in regelmäßigen Abständen oral verabreicht. Aber trotzdem darf bei dieser Genussbilanz die Dorade nicht ganz vergessen werden – mit Limetten und Sherry wirklich eine tolle Entdeckung.

Zutaten für 2 Personen:

2 küchenfertige Bio-Doraden (à 350 – 400 g)
2 Bio-Limetten
2 Zweige Thymian
2 EL Olivenöl
2 EL trockener Sherry
Meersalz
schwarzer Pfeffer

500 g kleine Kartoffeln, festkochend
30 g gesalzene Butter
5 große Zweige Rosmarin
4 Knoblauchzehen
1 EL Muscovadozucker

Zubereitung:

Kartoffeln schälen und in kochendem Wasser ca. 15 Minuten garen. Das Wasser abgießen und die Kartoffeln ausdampfen lassen.

In einer beschichteten Pfanne die Butter erhitzen. Kartoffeln, Rosmarin und Knoblauchzehen zugeben. Kartoffeln mit dem Muscovadozucker bestreuen und knapp 1 Stunde bei geringer Hitze leicht karamellisieren lassen, dabei immer wieder schwen- ken.

Backofen auf 200 Grad vorheizen. Die Doraden innen und außen gründlich waschen und trockentupfen. Im Bauch salzen, pfeffern und mit je einem Thymianzweig füllen.

Die Doraden in eine feuerfeste Form legen . Die obere Seite mehrmals schräg einschneiden. Die Bio-Limette gründlich waschen und in dünne Scheiben schneiden. Die Scheiben in die Einschnitte der Dorade stecken. Restliche Limette auspressen. Die Dorade mit Limettensaft und Sherry beträufeln.

Den Fisch im Backofen ca. 20 Minuten backen und ab und zu mit dem Sherry-Sud begießen.

Limetten-Thunfisch-Aioli

Sonntag, 19. Juni 2011

Es gibt Food-Magazine, die schon fast zum Garant für leckeres Essen mutieren. Dazu gehört für mich mit fast 100%-iger Sicherheit das Sonderheft stern GOURMET “Die 175 besten stern-Rezepte für Frühling und Sommer”. Diese 2. Ausgabe regt zu eher raffinierten, aber doch immer einfachen und saisonalen Rezepten an. Nicht immer steigt die dringende Nachkoch-Lust in mir auf, wie z.B. bei dem Bananen-Tomaten-Salat. Hier mangelt es ganz bestimmt nicht an den elementaren Zutaten - die gewagte Kombination treibt mir schlichtweg das Wasser in die Augen, den notwendigen Speichelfluß unterdrückt sie hingegen gekonnt. Nichtsdestotrotz, bei ungefähr 2/3 der Rezepte würde ich mit ”tropfendem Zahn” am liebsten sofort loslegen.

Gesagt, getan – nach den Spaghetti mit Parmaschinken, Sardel- len und Kapern und der Ingwer-Poularde aus der Herbst/Win- ter-Ausgabe kommt nun die Limetten-Thunfisch-Aioli zum Zug. Und wie! Als großer Aioli- und noch größerer Knoblauch-Fan ist diese Thunfisch-Limetten-Variante der absolute Knaller als Vor- speise oder Snack mit knusprigem Ciabatta-Brot.

Ich gestehe, eigentlich war diese Limetten-Thunfisch-Aioli laut Originalrezept als Pastasauce gedacht. Nach langen Über- legungen und mit einer gehörigen Portion schlechten Gewissens  nahm ich meinen ganzen Mut zusammen und verwieß die Nüdelchen auf die hinteren Ränge, Aioli gehört für mich zu Brot und nicht auf Pasta, basta!

Zutaten für 4 Personen als Vorspeise:

1 Limette
1 Knoblauchzehe
70 g Bio-Thunfisch (naturell)
35 ml Sonnenblumenöl
35 ml Olivenöl
1 Eigelb
1 TL Dijonsenf
Salz
Cayennepfeffer

Zubereitung:

Limette heiß abspülen, mit Küchenpapier trockenreibe, die Schale fein abreiben und abgedeckt bei- seitestellen. 2-3 EL Limettensaft auspresse. Den Knoblauch abziehen und grob hacken.

Den Thunfisch abtropfen lassen und mit dem Limettensaft und Knoblauch im Blitzhacker sehr fein pürieren. Die Öle mischen. Das Eigelb mit Senf und etwas Salz in einem hohen Rührbecher mit den Quirlen des Handrührgerätes verrühren. Das Öl zuerst tropfenweise, dann in einem dünnen Strahl dazugießen und auf hoher Stufe schlagen, bis eine dicke Mayonnaise entsteht. Das Thunfischpüree mit dem Schneebesen unterrühren, mit Salz und Cayenne würzen.

Spaghetti mit Parmaschinken, Sardellen und Kapern

Montag, 13. Juni 2011

Nach der Pizza muß dringend noch ein anständiges Pastarezept nachgeschoben werden, oder? Wobei anständig ja schon wirklich reichlich untertrieben klingt - dieses Rezept ist für mei- nen Geschmack die Sommerpasta schlechthin, bitteschön!  

Und wer sagt, daß es zu Pasta immer eine Sauce geben muß? In diesem Fall sind Ciabattabrösel das Zauberwort. Mit klein- geschnittenen Sardellen und Knoblauch angeröstet machen die Brösel aromatechnisch richtig was her, wobei der eigentliche Applaus viel mehr den knusprigen und zitronisierten Kapern und dem kross gebratenen Parmaschinken gebührt. Wobei es mich zugegebenermaßen anfangs schon einige Überwindung kostete den edlen Schinken zu eliminieren und ins heiße Öl zu werfen…

Und dafür: Lob wem Lob gebührt! Nein, nicht mir – von solch kreativen und genialen Gedankenschüben wurde ich bis jetzt leider verschont. Aber wieso auch den Kopf zerbrechen wenn es dafür diverse Zeitschriften gibt? Gefunden in der aktuellen Stern Gourmet 1/2011 “Frühling + Sommer”, mit kleinen Änderungen (Basilikum anstatt Rucola, minimal mehr Sardellen und Hasel- nüsse) sofort nachgekocht und für überragend (knusprig) befunden.

 

Zutaten für 2 Personen:

50 g frisches Ciabatta
1 rote Chilischote
4 Sardellenfilets (in Öl)
1/2 Bund glatte Petersilie
50 g Parmaschinken
2 Knoblauchzehen
4 EL Olivenöl
30 g Haselnüsse, gemahlen
30 g Kapern
1/2 EL Biozitronenschale, fein gerieben
20 g Parmesankäse, dünn gehobelt
Salz
250 g Spaghetti
Basilikum

Zubereitung:

Brot würfeln, im Blitzhacker zerbröseln. Chilischoten längs aufschneiden, die Kerne herausspülen. Sardellen trocken tupfen. Petersilie waschen, trocknen und die Blätter abzupfen. Alles getrennt fein hacken. Parmaschinken klein schneiden. Knoblauch abziehen.

Brösel bei mittlerer Hitze in 2 EL Olivenöl unter Rühren goldbraun braten. Knoblauch dazupressen, mit Chili, Sardellen und Haselnüssen mischen und kurz erhitzen. Salzen und die Petersilie unterrühren.

Spaghetti nach Packungsanweisung in ausreichend Salzwasser kochen. Die Kapern abtropfen lassen. Den Schinken in 1 EL Olivenöl bei mittlerer Hitze knusprig braun braten, aus dem Öl heben und auf Küchenpapier abtropfen lassen. Die Kapern im restlichen Öl bei mittlerer Hitze knusprig braten und die Zitronenschale dazugeben, ebenfalls auf Küchenpapier ab- tropfen lassen.

Abgetropfte Spaghetti mit der Hälfte der Brösel vermischen und in Tellern anrichten. Mit den restlichen Bröseln, Parmaschinken, Zitronenkapern und evtl. Parmesan bestreuen. Mit Basilikum garnieren - Fertig!

Sushi – gekugelt statt gerollt

Donnerstag, 19. Mai 2011

Auch wenn die meisten jetzt bestimmt denken, daß diese annoying Orange wirklich zu gar nichts Nütze ist, so ganz stimmt es nicht. Denn immerhin wurde ich dadurch erinnert mal wieder Sushi zu zelebrieren. So ganz konnte ich aber die Orange dann doch nicht ignorieren, denn mein Sushi bekam eine runde (orangenförmige) Form.

Allerdings stammt die Kreation leider nicht ganz von mir noch von der Orange, die Idee mit dem gekugelten Sushi habe ich entweder aus einem Heft, einem Buch oder sonst irgendwo her. Komische Videos auf You Tube verdrängen wahrscheinlich bei öfteren Konsum anscheinend doch wichtige Informationen, für sachdienliche Hinweise bitte einfach die Kommentarfunktion nutzen!

Wie auch immer, ob als Rolle oder als Kugel – bei dieser Variante werden die Zutaten nicht gerollt, sondern inklusive dem Nori-Algen-Blatt mit dem Reis vermischt, zur Kugel geformt und in geröstetem Sesam gewälzt. Wenn also neben den geistigen auch schon die motorischen Fähigkeiten leiden, dann bietet sich diese Sushi-Variante geradezu an… ;-)

Zutaten für 2 Personen:

200 g Sushireis
200 ml Wasser
50 ml japanischer Reisessig
10 g Salz
30 g Zucker

1 Nori-Algen-Blatt
100 g Räucherlachs
20 g Gurke
20 g gerösteter Sesam

Sojasauce
Wasabi
eingelegter Ingwer

Zubereitung:

Reisessig mit Salz und Zucker leicht erwärmen, beides voll- ständig auflösen lassen. Abkühlen lassen.

Sushireis waschen bis das Wasser klar ist. In einen Topf geben und bei mittlerer Hitze mit geschlossenenm Deckel zum Kochen bringen. 10 Minuten köcheln lassen. 15 Minuten auf der noch heißen Platte quellen lassen.

Fertigen Reis mit der Essig-Zubereitung übergießen und vor- sichtig mischen, dabei nicht zu viel rühren. Lauwarm abkühlen lassen.

Das Nori-Blatt mit der Schere in ca. 0,5 cm große Quadrate schneiden. Lachs und Gurke in feine Würfel schneiden. Reis, Lachs, Gurke und Nori-Algen vorsichtig miteinander mischen und mit leicht angefeuchteten Händen zu kleinen Bällchen von ca. 2,5 cm Durchmesser fomen. In dem gerösteten Sesam wälzen – Fertig! Nach Belieben mit Sojasauce, Wasabi und eingelegtem Ingwer servieren.

Skrei auf Ingwer-Curry-Linsen mit Vitelotten

Montag, 21. Februar 2011

Jawohl, im Hause rock the kitchen! gibts ab und an auch mal ne anständige Mahlzeit. Aus Zeitgründen gibts ja des öfteren unter der Woche weniger aufwendige und schnell zuzubereitende Gerichte. Dieses Mal wurden aber gleich mehrere Gerätschaften in Anspruch genommen, was dieser nicht immer erhältliche Fisch auch verdient hat.  

Die Mengenangaben bei der Zubereitung der Linsen kann ich nicht mehr ganz genau nachvollziehen, da ich sie einfach nach Gefühl und Geschmack zubereitet habe. Im Rezept unten stehen die von mir im Nachhinein geschätzten Mengenangaben, wobei ich hier den Ingwer dezent verringert habe. Ich persönlich mag ja mehr, aber ein Zuviel der Wurzel verträgt sich meiner Meinung nach nicht so mit dem delikaten und eher milden Geschmack des Skrei. 

Probieren geht ja bekanntlich über studieren und das lohnt sich in diesen Fall und hat auch Sinn, da dieser Winterkabeljau nicht überfischt ist und deswegen einer erneuten Zubereitung zum Glück sehr offen gegenübersteht. Also vom allgemeinen Fischfang her, was der einzelne Fisch davon hält weiß ich allerdings nicht…

Zutaten für zwei Personen:

250 g Skrei (Winterkabeljau)
100 g Beluga-Linsen
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
1-cm-Stück frischer Ingwer
3 TL Olivenöl
100 ml Kokosmilch
Curry
Salz
Pfeffer
300 g Vitelotten
Brunnenkresse

Zubereitung:

Linsen nach Packungsanweisung kochen. Schalotte, Knoblauchzehe und Ingwer fein würfeln. In 1 TL Olivenöl leicht andünsten, mit der Kokosmilch aufgießen und 5 Minuten leicht einkochen lassen. Linsen zu geben und mit Curry, Salz und Pfeffer würzen und nochmals 5 Minuten leicht köcheln lassen.

Den Skrei salzen und pfeffern. 2 TL Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und den Fisch auf der Hautseite in die Pfanne legen, dann die Temperatur reduzieren. Wenn zum Ende der Garzeit die Haut knusprig ist, den Fisch wenden und kurz auf der Fleischseite braten – er soll nicht zu durch gebraten sein.

Die Vitelotten-Kartoffel schälen und in ca. 5 mm große, gleichmäßige Würfel schneiden. In Salzwasser in ca. 5 Minuten gar kochen und abtropfen lassen.

Den Fisch auf den Ingwer-Curry-Linsen zusammen mit den Kartoffel-Würfel anrichten und mit Brunnenkresse dekorieren.

Thunfisch-Mango-Ceviche

Donnerstag, 13. Januar 2011

Ein ganz kleiner Nachtrag noch vom vergangenen Silvester- menü, der wegen seinem ungewöhnlichen Geschmack nicht unverbloggt bleiben darf:  Thunfisch-Mango-Ceviche. Die Vorspeise kam trotz ihres interessanten und leicht ungewöhnlichen Charakters bei allen Gästen zu meinem Erstaunen sehr gut an. Mir selbst schmeckte diese Kreation im Vergleich zu anderen Vorspeisen weniger gut. Wohl doch zuviel “roher” Fisch!

Für die Zukunft muß ich mir aber definitiv einige Verbesserungsvorschläge meiner Gäste merken: Den Tomatensaft weglassen und evtl. durch Ananas- oder Orangensaft ersetzen. Wär mal einen Versuch wert…

Zutaten für 4 Personen:

200 g sehr frisches Thunfischfilet
150 g Mango
1 kleine Schalotte
4 EL Limettensaft, frisch gepresst
1 kleines Stück Ingwer
1/2 Bund Koriandergrün
100 ml Tomatensaft
2 EL Olivenöl
1 TL Honig
Salz
Pfeffer 

Zubereitung:

Thunfisch und Mango in ca. 3 mm große Würfelchen schneiden. Ingwer und Schalotte fein hacken. Koriandergrün waschen, trockenschütteln,  Blättchen von den Stielen zupfen und hacken.

Thunfisch, Mango, Schalotte, Ingwer, Koriandergrün, 1/2 EL Honig und Limettensaft in einer Schüssel gründlich vermengen und abgedeckt im Kühlschrank ca. 15 Minuten ruhen lassen.

In der Zwischenzeit Tomatensaft, Olivenöl und 1/2 EL Honig verrühren. Mit Salz und Pfeffer würzen.

Ceviche aus dem Kühlschrank nehmen, mit Salz und Pfeffer abschmecken. In 4 Gläsern oder Förmchen anrichten und vorsichtig mit dem Tomatensaft auffüllen. Mit Koriandergrün garnieren und mit frischem Baguette servieren!