Archiv für die Kategorie ‘Antipasti’

Kürbiskern-Grissini

Dienstag, 05. Februar 2013

Schon wieder Grissini. In so kurzer Zeit haben es wohl noch keine zwei, fast gleichen, Rezepte hintereinander in den Blog geschafft. Aber bei so viel Begeisterung für die länglichen Brotstangen drücke ich (und hoffentlich ihr) schon mal ein Auge zu. Was muss, dass muss!

Wobei die Betonung natürlich auf “fast gleich” liegt. Im Gegensatz zum  Grissini-Vorgänger  mit schwarzen Oliven und Parmesan, wurde hier ein Teil des Mehles einfach durch geröstetes Kürbismehl ersetzt. Außerdem wurden die Teigstränge ebenso auf diesem Mehl gerollt, was ihnen zusätzlich noch eine tolle Optik verleiht. Das Kürbismehl habe ich übrigens ganz zufällig beim Mehl-Großeinkauf  in der heimatlichen Mühle entdeckt und war sofort schwer begeistert – Kürbiskerne in pulverisierter Form fanden bis jetzt noch nicht den Weg in das heimische  Küchenregal.

Zutaten für ca. 20 Stück

100g Mehl (Typ 1050)
25 g Kürbismehl
2 EL Kürbiskernöl
10 g Hefe, frisch
1/2 TL Zucker
1/2 TL Backpulver
1/2 TL Salz

Zubereitung

Hefe in 70 ml lauwarmes Wasser bröckeln und auflösen. 100 g Mehl, 25 g Kürbismehl, Kürbiskernöl, Zucker, Backpulver und 1/2 TL Salz mischen. Hefewasser zufügen. Mit den Händen zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Bei Bedarf noch etwas Mehl zugeben. Zugedeckt an einem warmen Ort ca. 20 Minuten gehen lassen.

Ein Backblech mit Backpapier belegen. Backofen vorheizen (E-Herd 225 Grad).

Den Teig kurz durchkneten und zu einem Strang formen. Den Strang in ca. 20 gleich große Stücke teilen. Jeweils auf etwas Kürbiskernmehl zu knapp 1/2 cm dünnen Strängen rollen.

Teigstränge nebeneinander aufs Blech geben. Im heißen Ofen (mittlere Schiene) 5-6 Minuten goldbraun backen. Grissini herausnehmen, samt Papier vom Blech ziehen und auskühlen lassen. Trocken lagern.

Vitello Tonnato

Sonntag, 03. Februar 2013

Ich liebe Vitello Tonnato und seit ich das erste mal dieses “ge(thun)fischte” Kalb probiert habe, finde ich die Kombi Fleisch/Fisch wirklich ganz hinreißend. Leider komme ich aber ziemlich selten in den Genuss, was die Vorfreude auf die selbstgemachte Variante schon fast ins Unermessliche steigert.

Vitello Tonnato ist eine klassische Vorspeise der italienischen Küche: Dünn aufgeschnittenes, mit Weißwein, Brühe und verschiedenem Gemüse gekochtes Kalbfleisch, das kalt aufgeschnitten mit einer feinen Tunfischsauce serviert wird. Die Garnierung bleibt jedem dann nach Lust und Laune selbst überlassen, ganz klassisch und auf Nummer sicher geht man jedoch immer mit Kapern und Zitronenscheiben.

Ich habe mich bei meinem Rezept mit kleinen Abweichungen an Roberts Rezept gehalten. Leider sind die zarten Scheiben, dank fehlender Aufschnittmaschine, nicht ganz so dünn und elegant auf die Teller gewandert, aber an diesem technischen Problem wird noch gearbeitet.

Zutaten für 6 Portionen

800 g Kalbsnuss
2 EL Rapsöl
1 kleine Karotte
1 Rippe Stangensellerie
1 kleine Schalotte
1 Rosmarinzweig
150 ml Gemüse- oder Fleischbrühe, selbstgemacht
100 ml Weißwein, trocken

4 EL Majo (selbstgemacht oder gekauft)
240 g Bio-Thunfisch, abgetropft
6 TL Kapern
Abrieb einer 1/2 Bio-Zitrone
4 Sardellenfilets
8 EL Weißwein
4 EL weißer Balsamico
Pfeffer
Salz

Nach Belieben Zitronenscheiben, Kapernäpfel, Kapern, Oliven, gegrillte Artischocken, Basilikum, Portulak, Rucola …

Zubereitung

Backofen auf 150 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

Schalotte, Karotte und Selleriestange in Würfel schneiden. In einem ofenfesten, verschliessbaren Gusseisentopf 2 EL Räpsöl erhitzen, das Gemüse zusammen mit dem Rosmarinzweig kurz anrösten. Herausnehmen. Das Fleisch zugeben, von allen Seiten anbraten, dann mit der Brühe und dem Wein begiessen. Gemüse wieder zugeben.

Zugedeckt im vorgeheizten Backofen bei 150°C ca. 20 Minuten garen. Nach 10 Minuten wenden. Nach 20 Minuten mit einem Fleischthermometer die Temperatur prüfen, es sollte eine Kerntemparatur von 60 Grad haben. Das Fleisch soll nicht durchgeschmort, sondern innen noch rosa sein. Fleisch sofort herausnehmen, erkalten lassen und über Nacht in Folie eingerollt im Kühlschrank ruhen lassen.

Für die Sauce den Thunfisch, Majo, Weisswein, Balsamicoessig, Zitronenabrieb, Sardellen und Kapern mit dem Stabmixer zu einer feinen Creme mixen, und die Konsistenz, falls nötig, mit  weiterem Weisswein oder etwas Mayo einstellen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Das Kalbfleisch mit einem scharfen Messer oder der Aufschnittmaschine (optimal) in möglichst dünne Scheiben schneiden und auf Teller bzw. eine Platte drapieren. Die Sauce auf das Fleisch geben und mit Kapern, Kapernäpfel usw. garnieren. Dazu habe ich selbstgemachte Grissini serviert.

 

Grissini mit schwarzen Oliven und Parmesan

Freitag, 01. Februar 2013

Wann habe ich wohl meine vielleicht ersten Grissini gegessen? Muß wohl schon sehr lange zurückliegen, irgendwie kann ich mich überhaupt nicht mehr daran erinnern. Genauso wenig wie ich mich an die letzte Grissini-Mahlzeit erinnern kann, habe ich auch nie einen klitzekleinen Gedanken an die Zubereitung der dünnen, mürben und vielleicht sogar etwas langweiligen Brotstangen verschwendet. Die einzelnen Grissini-Stangen von Hand selbst rollen? Never ever, viel zu zeitaufwendig.

Alles änderte sich aber, als ich ein tolles Rezept in der neuen Lecker-Bakery entdeckte. Grissini mit schwarzen Oliven. Mein Weltbild wurde zum Glück wieder gründlich zurechtgerückt, denn die Herstellung geht wirklich unerwartet fix von der Hand. Der Teig lässt sich viel leichter bearbeiten als gedacht, er reisst nicht und das Wichtigste: Die Brotstangen lassen sich relativ schnell und gleichmäßig rollen – perfekt für mich.

Das Originalrezept wurde allerdings ein kleines bisschen abgeändert. Etwas mehr Knoblauch, als Zugabe Parmesan und Mehl vom Typ 1050. Schmeckt und wird garantiert wieder gebacken!

Zutaten für ca. 30 Stück

75 g schwarze Oliven, entsteint
1 Knoblauchzehe
1 EL Parmesan, fein gerieben
2 EL Olivenöl
10 g Hefe, frisch
125 g Mehl (Typ 1050)
1/2 TL Zucker
1/2 TL Backpulver
Salz

Zubereitung

Oliven abtropfen lassen und grob hacken. Knoblauch schälen und würfeln. Oliven, Knoblauch und Öl mit dem Stabmixer pürieren.

Hefe in 70 ml lauwarmes Wasser bröckeln und auflösen. 125 g Mehl, Zucker, Parmesan, Backpulver und 1/2 TL Salz mischen. Hefewasser zufügen. Mit den Händen zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Olivenpüree mit einem weiteren EL Mehl unter den Teig kneten. Zugedeckt an einem warmen Ort ca. 20 Minuten gehen lassen.

Ein Backblech mit Backpapier belegen. Backofen vorheizen (E-Herd 225 Grad).

Den Teig kurz durchkneten und zu einem Strang formen. Den Strang in ca. 30 gleich große Stücke teilen. Jeweils auf etwas Mehl zu knapp 1/2 cm dünnen Strängen rollen.

Teigstränge aufs Blech geben. Im heißen Ofen 5-6 Minuten goldbraun backen. Grissini herausnehmen, samt Papier vom Blech ziehen und auskühlen lassen. Trocken lagern.

Straccetti mit Kapern und Pinienkernen

Dienstag, 16. Oktober 2012

In meiner Eigenschaft als Liebhaber der italienischen Küche unterscheide ich mich wahrscheinlich nicht recht von vielen anderen. Gerade die Auswahl der Vorspeisen wie Carpaccio, Vitello Tonnato & Co haben es mir besonders angetan, leider bereite ich diese Vorspeisen aber selbst nur sehr selten zu – und dann auch nur zu besonderen Gelegenheiten. Eigentlich schade.

Momentan eines meiner allerliebsten Kochbücher in der Küche ist: Cucina Italiana – Kochkurs für Genießer. In diesem tollen Kochbuch habe ich auch das Rezept für Straccetti entdeckt. Straccetti ist ein unkompliziertes, schnelles und typisch römisches Gericht, bei welchem hauchdünne Rindfleischscheiben kurz aber scharf angebraten werden. Das “Zerreißen” des hauchdünn geschnittenen, bzw geklopften Fleisches ist gewollt (stracciare = reißen) und schmeckt mir mit einer Kapern-Pinienkern-Vinaigrette, Rucola und Parmesan hervorragend als Vorspeise.

Der Phantasie sind natürlich wieder einmal keine Grenzen gesetzt – wer möchte gibt der Vinaigrette wie im Original-Rezept Peperoncino  und Sultaninen hinzu oder löscht das Fleisch ganz stilecht noch mit etwas Weißwein ab. Ein weiteres tolles Straccetti-Rezept findet ihr hier bei Jutta. Buon appetito!

Zutaten für 2 Personen (Vorspeise)

1 TL Pinienkerne
1 TL Kapern
1/ Knoblauchzehe, gepresst
3 EL Olivenöl
1 EL Limettensaft
1 EL Balsamicoessig
160 g Rinderfilet
30 g Rucola
20 g Parmesan
Meersalz
Pfeffer, schwarz

Zubereitung

Für die Vinaigrette die Pinienkerne ohne Fett in einer Pfanne rösten. Pinienkerne, 2 EL Olivenöl, Limettensaft, Kapern, Knoblauch und Balsamico in einer Schüssel gut verrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Das Rinderfilet in 8 dünne Scheiben schneiden und diese vorsichtig mit dem Fleischklopfer flach klopfen (ähnlich wie Carpaccio). Die Filetscheiben mit Salz und Pfeffer würzen.

1 EL Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen  und die Filetscheiben bei starker Hitze kurz und scharf anbraten. Die Fleischscheiben zusammen mit dem Rucola auf einem Teller anrichten. Mit der Vinaigrette beträufeln und mit Parmesan überhobeln.

 

 

Feigen-Chutney mit Ingwer

Montag, 24. September 2012

Feigen pur sind ja nicht unbedingt ein “must-have” für mich. Mit einem ordentlichen Löffel Ingwer, karamellisierten Zwiebeln und einem ordentlichen Schuss Rotwein geköchelt, sieht die Sache aber auch wieder ganz anders aus.

Schwer begeistert hat mich ein ähnliches Chutney beim letzten Abstecher nach Edinburgh, welches sich hier hervorragend mit Perthshire oatcakes, also eigentlich ganz banalen Haferkeksen, auf  dem abschließenden Käseteller machte.

Zu 100 Prozent habe ich den damaligen Geschmack mit meinem selfmade-Chutney natürlich nicht einfangen können, aber trotzdem erfreut sich der Gaumen in Kombination mit einem würzigen Blauschimmelkäse wie Gorgonzola oder Roquefort ungemein. Hübsch eingeglast und haltbar gemacht, steht also einer spontanen Käseplatte nichts mehr im Wege.

Zutaten für 5 Gläser à 125 ml

6 frische Feigen
250 g rote Zwiebeln
1 EL frisch geriebener Ingwer
1 Knoblauchzehe
1 EL Rapsöl
4 EL brauner Zucker
50 ml Balsamicoessig
200 ml Rotwein, trocken
2 Zweige Thymian
1 Msp. gelbe Senfsaat, gemahlen
Pfeffer
Salz

Zubereitung

Die Feigen waschen, trockentupfen und fein würfeln. Ingwer und Knoblauch schälen und hacken. Zwiebeln schälen, halbieren und würfeln.

Öl in einem Topf erhitzen. Ingwer, Knoblauch und Senfsaat darin andünsten. Zwiebeln zugeben und kurz mitdünsten. Den brauen Zucker über die Zwiebeln streuen und diesen unter ständigem Rühren karamellisieren lassen. Feigenwürfel, Thymianzweige, Essig und Rotwein zugeben. Alles zusammen unter Rühren ca. 15-20 Minuten einkochen lassen.

Die Thymianzweige entfernen. Das heiße Chutney mit Salz und Pfeffer abschmecken. Sofort in sterilisierte Gläser füllen und für einige Minuten auf den Kopf stellen.

 

Zucchini-Carpaccio mit Pistazienöl

Sonntag, 18. März 2012

Blumen sind ja eigentlich nicht ganz so mein Ding – anstatt eines riesigen Blumenstraußes bevorzuge ich dann doch immer die essbare Variante. Was nützt schon ein Gebinde langstieliger Rosen, wenn der Magen schon in den Kniekehlen hängt? Von Blumen allein ist bestimmt noch keiner satt geworden, vom Kratzen im Hals mal ganz abgesehen…

Und weil sich gerade, dank strahlendem Sonnenschein und wärmerer Temperaturen,  ein Überschuß an kreativer Energie aufstaut – kredenze ich zur Abwechslung mal Essbares in Blütenform. Total simpel, aber dafür sehr wirkungsvoll  - es schmeckt vorzüglich und verhält sich optisch mindestens genau so hübsch wie ein Blumenstrauß!

Natürlich lässt sich das Zucchini-Carpaccio nach Lust, Laune und dem eigenen Geschmack variieren. Wem das Grünzeug alleine zu vegetarisch anmutet, pimpt es einfach mit gebratenen Garnelen, Jakobsmuscheln, Parmaschinken, Räucherlachs usw. Anstatt Pistazienöl harmoniert außerdem Kürbiskernöl oder Walnußöl vorzüglich mit dem grünen Gemüse. Getrocknete Tomaten, Fetakäse, Ziegenkäse, gebratene Kräuterseitlinge, Pesto oder Löwenzahnblüten (Danke Dorit!) passen ebenfalls perfekt zum Kürbisgewächs.

Zutaten für 2 Personen:

2-3 kleine, möglichst dünne Zucchini
2 TL Pinienkerne, geröstet
25 g Parmesan, gehobelt
Saft einer Zitrone
2 EL Pistazienöl
6 Cocktailtomaten
Pfeffer, schwarz
Meersalz

Zubereitung:

Zucchini waschen, trockentupfen und mit einem Sparschäler in feine Streifen “schälen”. Zucchinistreifen in Blütenform auf 2 Tellern anrichten. Tomaten in die Mitte setzen.

Das Zucchini-Carpaccio mit Zitronensaft und Pistazienöl beträufeln. Anschließend nach Geschmack mit Meersalz und grob gemahlenem Pfeffer würzen und mit Pinienkernen und Parmesan bestreuen – Fertig!

Entenbrust a la Orange mit Rucola, Kapernäpfel und Pinienkernen

Dienstag, 01. November 2011

So langsam wird es mal wieder Zeit, oder? Für ne richtig ordentliche Portion Fleisch (-salat) meine ich.

Schmackhaftes Muskelfleisch dieses Mal in Form von einer in Knoblauch und Orangenschale marinierten Entenbrust. Zartrosa gegart,  mit leichten Röstaromen am Gaumen und die zarte Textur des Entenfleisches zwischen den Kauwerkzeugen – positioniert sie sich vom Mund direkt in den Olymp des Geflügels und schon fast darüber hinaus… Wunderbar.

Passend dazu natürlich der heißgeliebte Rucolasalat mit Kapernäpfel und getrockneten Tomaten, welcher durch eine aromatische Orangen-Balsamico-Vinaigrette erst richtig kickt und optimal mit der Entenbrust harmoniert. Und weils ohne einer kleinen Portion kulinarischen Widerstandes nur halb so gut schmeckt, gabs als knackiges Pendant zum zarten Geflügel noch geröstete Pinienkerne on top – für mich die perfekte Vorspeise!

Zutaten für 2 Personen:

1 Entenbrust (ca. 300 g)
1 Knoblauchzehe
1 Bio-Orange
1 Msp. Pimenton de la Vera
1/4 Bund Peterslie
1 EL Rapsöl

50 g Rucola
10 Kapernäpfel
1 EL Pinienkerne
20 g getrocknete Tomaten
1 Frühlingszwiebel
2 EL Olivenöl
1 El Aceto Balsamico
2 EL Orangensaft, frisch gepresst
1 Msp. scharfer Senf
Zucker
Salz
Pfeffer

Zubereitung:

Die Entenbrust kalt abwaschen und vorsichtig trockentupfen. Knoblauch schälen und pressen. Orangenschale abreiben. Petersielie waschen, trockenschütteln, fein hacken und mit Knoblauch, Orangenschale, Pimenton de la Vera und 1 EL Rapsöl verrühren. Entenbrust rundherum damit einreiben und 1 Stunde abgedeckt ruhen lassen.

Eine Pfanne auf dem Herd sehr heiß werden lassen. Entenbrust mit der Hautseite hineinlegen, Hitze auf mittlere Stufe zurückschalten und die Brust von beiden Seiten jeweils 8 Minuten braten. Salzen, Pfeffern und in Alufolie abkühlen lassen.

Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett goldbraun anrösten. Rucola waschen, putzen und trockenschütteln, Frühlingszwiebel waschen und in feine Ringe schneiden. Olivenöl, Senf, Aceto Balsamico und Orangensaft kräftig verrühren und mit Salz, Pfeffer und Zucker würzen.

Abgekühlte Entenbrust in möglichst dünne Scheiben schneiden und auf zwei Tellern verteilen. Rucola, Kapernäpfel und getrocknete Tomaten auf der Entenbrust verteilen. Mit der Vinaigrette beträufeln und mit Frühlingszwiebeln und Pinienkernen bestreuen.

Tagliatelle mit getrockneten Tomaten und Pesto Rosso

Donnerstag, 11. August 2011

Nachdem ich mich die letzten Tage ganz fleißig im Macarons backen geübt habe – zuerst mit sehr wenig, dann mit etwas mehr Erfolg – gibt es dafür zur Stärkung und Belohnug ne ordentliche Portion selbstgemachte Pasta.

Da ich ja erst vor kurzem selbstgetrocknete und marinierte Tomaten für mich entdeckt habe, überlege ich ständig wie ich diese kleinen, aromatischen und roten “Früchtchen” am leckersten auf den Tisch bzw. in den Teller bekomme. Und bevor sie noch länger im ungemütlich-kalten und dunklen Kühlschrank in einem öligen Glas mit Knoblauch und Kapern ihr Dasein fristen und noch länger auf die verdiente Befreiung warten, erbarme ich mich ihrer und befördere sie vor ihrem end- gültigen Aus noch liebevoll durch die Walzen der Nudelma- schine.  Auch runzelige und dehydrierte Tomaten haben ein Anrecht auf  eine würdevolle und schmackhafte Zubereitung, basta… äh, zu Pasta.

Und weil ja die Tagliatelle sich alleine im Teller doch etwas einsam fühlen, bekommen sie wohlverdient und dankens- werterweise Gesellschaft von ebenso errötetem Pesto. Auf- gehts, ran an die Nudel! 

Zutaten für 2 Personen:

Tagliatelle:

200 g Weizenmehl (T. 405)
50 g Hartweizengrieß, fein gemahlen
2 Volleier (M)
30 g  getrocknete u. marinierte Kirschtomaten

Pesto Rosso:

50 g getrocknete u. marinierte Kirschtomaten
15 g Pinienkerne
20 g Parmesan, frisch gerieben
1 Knoblauchzehe, geschält
1/2 Teelöffel Thymianblättchen
25 g Ricotta
30 ml Olivenöl
Salz
Pfeffer, schwarz

Zubereitung:

Die getrockneten Tomaten in einem Sieb gründlich abtropfen lassen. Tomaten mit den Eiern mit dem Schneidstab sehr fein pürieren.

Weizenmehl, Hartweizengrieß und Eier mit der Hand gründlich zu einem glatten Teig verkneten. In Folie verpacken und 2 Stunden ruhen lassen (Zimmertemperatur).

Den Teig nochmals gut durchkneten und in 2 Portionen teilen. Den Teig mit einem Nudelholz oder einer Nudelmaschine ausrollen und Tagliatelle gewünschter Breite schneiden. Fertige Pasta trocknen lassen oder sofort weiterverarbeiten.

Für das Pesto alle Zutaten in mit dem Schneidstab in einem hohen Gefäß nicht zu fein pürieren, bei Bedarf noch etwas Öl zugeben. Mit Salz und Pfeffer würzen und zu warmer Pasta servieren.

Getrocknete und marinierte Kirschtomaten

Freitag, 05. August 2011

Durch familiäre Beziehungen habe ich eine direkte Verbindung zu einem ökologisch geführten, privaten Garten. Bis auf wenige Gartengieß-Dienste hat das Ganze eigentlich nur Vorteile. Aber selbst diese Dienste kann man aber auch geschickt zu Grill- parties ausdehnen und somit in eine Win-Win-Sitution ver- wandeln. Klartext: Saisonales, frisches Gemüse und Obst frei Haus.

Und weil es im Moment Tomaten im Überfluß gibt – und bei Kirsten rein zufällig das passende Rezept als Inspiration – wird gleich mal ein ganzer Schwung getrocknet und aromatisiert  ins “Runde” gepackt. Quasi eine Konservierung des Sommers für die kältere Jahreszeit, wenn es doch nur so lange halten würde…

Eine köstliche Verwendung für Pomodori secchi ist in Pesto, als Antipasti, in Salaten, Saucen, zu Pasta … Die Verwendungs- möglichkeiten sind schier unbegrenzt. Außerdem gestalltet sich die Herstellung absolut simpel, aber effektiv. Durch das Verdampfen des Wassers wird der Geschmack intensiver und die getrockneten Tomaten sind auch wesentlich länger haltbar als die frischen.

Zutaten:

500 g Kirschtomaten
6 Zweige Thymian
Meersalz
Pfeffer, schwarz
3 EL Rapsöl

8 Knoblauchzehen
1 EL Kapern
1/2 TL schwarze Pfefferkörner
1 kleine, frische, rote Chilischote
5 Zweige Thymian
Olivenöl

Zubereitung:

Backofen auf  110 Grad vorheizen.

Tomaten waschen, trockentupfen und halbieren. Mit der Schnittfläche nach oben auf ein mit Backpapier belegtes Back- blech legen. Mit Salz und Pfeffer würzen und mit dem Öl beträufeln. Thymianzweige zwischen die Tomaten legen.

Die Tomaten für ca. 4-5 Stunden zum trocknen in den Ofen geben. In der Zwischenzeit immer wieder probieren ob das gewünschte Ergebnis schon erreicht ist. Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen.

Knoblauchzehen schälen. Abgekühlte Tomaten, Kapern, Chili- schote, Pfefferkörner, Knoblauch und Thymianzweige in ein verschließbares Glas schichten. Gut mit Olivenöl bedecken und kühl aufbewahren.

Burrata

Montag, 04. Juli 2011

Da isser nu, der langersehnte Käse aus Italien! Einen Burrata zu finden gestaltet sich ungefähr so schwierig wie ein Schnäppchen am Viktualienmarkt zu ergattern. Aber jetzt ist ein hübsch anzusehendes, kleines, weißes Käsesäckchen meins – und die Freude natürlich dementsprechend groß.

Den Mund erst richtig wässerig gemacht hat mir Andreas von Kochsamkeit. Er schwärmte in den höchsten Tönen von diesem tollen Kuhmilchkäse aus Apulien, aus dem Süden von Italien.

Der Burrata, oder Burrata pugliese ist ein Frischkäse des Typs Filata, welches auch durch die Herstellung vom allseits beliebten Mozzarella bekannt ist. Rein äußerlich ähnelt der Burrata wegen seiner Rinde dem Mozzarella, hat aber wegen seiner Frische einen sehr zähflüssigen Kern. In seinem Inneren befindet sich nämlich eine dickflüssige Frischkäsecreme aus Sahne und nichtbehandelten Mozzarellasträngen. Er schmeckt überaus milchig-frisch und cremig. Wird der Burrata angeschnitten, fließt aus seinem Innernen der zartschmelzende Frischkäse heraus.

Der Burrata lässt sich quasi gleich verarbeiten wie Mozzarella – er schmeckt klassisch als Caprese, zu Pasta oder auf Pizza. Ich habs aber ganz brav wie Andreas gemacht und ihn mit karamellisierten Tomaten, gerösteten Pinienkernen, Olivenöl und Basilikum verspeist.



Zutaten für 2 Personen
:

1 Stück Burrata (ca. 250 g)
250 g Kirschtomaten
20 g Puderzucker
2 Stiele Basilikum
20 g Pinienkerne
schwarzer Pfeffer
Meersalz
Olivenöl

Zubereitung:

Pinienkerne ohne Zugabe von Fett in einer beschichteten Pfanne bei mittlerer Hitze glodbraun rösten.

Tomaten waschen und quer halbieren. Puderzucker auf einen Teller geben, Tomaten mit der Schnittseite hineindrücken. Eine Grillpfanne ohne Fett stark erhitzen, Tomaten so lange darin braten bis der Puderzucker karamellisiert. Herausnehmen.

Basilikum abzupfen. Burrata, karamellisierten Tomaten, Pinien- kerne und Basilikum auf einen Teller anrichten. Tomaten mit Meersalz bestreuen und mit etwas Öl beträufelt servieren.

Spinatquiche mit Camembert und getrockneten Tomaten

Mittwoch, 29. Juni 2011

Eigentlich purer Selbstmord bei diesen Temperaturen den Backofen anzuwerfen, oder? Aber mal ehrlich – Augen zu und durch! Was gibt es an so einem heißen Tag eigentlich besseres als ein Stückchen kalte oder lauwarme Quiche mit Salat? Für mich einfach das perfekte Sommeressen.

Das Besondere an dieser Quiche ist nicht der Teig aus Dinkelvolkornmehl oder etwa der Spinat oder die getrockneten Tomaten – alles bekannt und schon fast langweilig.  Nein, der (Camembert-) Kenner “erkennt” es sofort: Käse überall. Käse im Boden, Käse im Belag und zu guter letzt natürlich Käse auf dem Belag. Was will das (Käse-) Herz mehr?

Ganz, ganz wichtig  dabei ist natürlich die strategische Position des französischen Käseklassikers… Hoch soll er sein, in vier Teile geteilt soll er sein und für den druchgehenden Käsegenuß – auf den Mürbteigboden der Tatsachen gedrückt sein. Der Gipfel der ganzen Aktion ist aber er überstehende Camembert. Er verteilt sich sich beim Backen wie der schmelzende Schnee in der Sonne…

Zutaten:

220 g Dinkelvollkornmehl
100 g Butter
25 g Parmesan, frisch gerieben
1 Ei 
5 g Salz

500 g Blattspinat (TK)
1 weiße Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 EL Rapsöl
3 Eier
200 g Schmand
25 g Parmesan, frisch gerieben
10 getrocknete Tomaten
1 Camembert (ca. 150 g)
Muskatnuss
Cayennepfeffer
Salz
Pfeffer

Zubereitung:

Mehl, Salz und Parmesan in einer Schüssel mischen. Die kalte Butter in Stückchen zugeben und alles zu einer fein-krümeligen Masse kneten. Das Ei zugeben und alle Zutaten zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig zu einer Kugel formen, in Frischhaltefolie einschlagen und etwa 1 Std. im Kühlschrank ruhen lassen.

Inzwischen für die Füllung die Zwiebel und den Knoblauch fein hacken. Den aufgetauten Blattspinat gründlich ausdrücken und grob hacken.

Das Öl erhitzen und die Zwiebelwürfel zusammen mit dem Knoblauch glasig dünsten. Gehackten und ausgedrückten Spinat zugeben und ca. 2 Minuten mitdünsten. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken. Von der Herdplatte ziehen und leicht abkühlen lassen.

Eier, Schmand und Parmesan in einer Schüssel gründlich verrühren, mit Salz, Pfeffer und Cayennepfeffer würzen. Abgekühlte Spinatmischung unterrühren.

Den Ofen auf 200 Grad vorheizen. Den Teig zwischen zwei Lagen Frischhaltefolie ausrollen und eine gefettete und mehlierte Springform (22 cm) damit auskleiden. Den Boden mit einer Gabel mehrmals einstechen und mit getrockneten Hülsenfrüchten füllen. Den Teig ca. 10 Minuten im heißen Backofen (Mitte)  blind backen. Die Hülsenfrüchte entfernen.

Die Spinat-Schmand-Mischung in die vorgebackene Mürbteigform füllen. Den Camembert vierteln und gleichmäßig bis zum Boden in die Spinatmasse eindrücken. Mit den getrockneten Tomaten belegen. Die Quiche im heißen Backofen ca. 45 Minuten backen bis die Füllung fest und die Kruste goldgelb ist.

Limetten-Thunfisch-Aioli

Sonntag, 19. Juni 2011

Es gibt Food-Magazine, die schon fast zum Garant für leckeres Essen mutieren. Dazu gehört für mich mit fast 100%-iger Sicherheit das Sonderheft stern GOURMET “Die 175 besten stern-Rezepte für Frühling und Sommer”. Diese 2. Ausgabe regt zu eher raffinierten, aber doch immer einfachen und saisonalen Rezepten an. Nicht immer steigt die dringende Nachkoch-Lust in mir auf, wie z.B. bei dem Bananen-Tomaten-Salat. Hier mangelt es ganz bestimmt nicht an den elementaren Zutaten - die gewagte Kombination treibt mir schlichtweg das Wasser in die Augen, den notwendigen Speichelfluß unterdrückt sie hingegen gekonnt. Nichtsdestotrotz, bei ungefähr 2/3 der Rezepte würde ich mit ”tropfendem Zahn” am liebsten sofort loslegen.

Gesagt, getan – nach den Spaghetti mit Parmaschinken, Sardel- len und Kapern und der Ingwer-Poularde aus der Herbst/Win- ter-Ausgabe kommt nun die Limetten-Thunfisch-Aioli zum Zug. Und wie! Als großer Aioli- und noch größerer Knoblauch-Fan ist diese Thunfisch-Limetten-Variante der absolute Knaller als Vor- speise oder Snack mit knusprigem Ciabatta-Brot.

Ich gestehe, eigentlich war diese Limetten-Thunfisch-Aioli laut Originalrezept als Pastasauce gedacht. Nach langen Über- legungen und mit einer gehörigen Portion schlechten Gewissens  nahm ich meinen ganzen Mut zusammen und verwieß die Nüdelchen auf die hinteren Ränge, Aioli gehört für mich zu Brot und nicht auf Pasta, basta!

Zutaten für 4 Personen als Vorspeise:

1 Limette
1 Knoblauchzehe
70 g Bio-Thunfisch (naturell)
35 ml Sonnenblumenöl
35 ml Olivenöl
1 Eigelb
1 TL Dijonsenf
Salz
Cayennepfeffer

Zubereitung:

Limette heiß abspülen, mit Küchenpapier trockenreibe, die Schale fein abreiben und abgedeckt bei- seitestellen. 2-3 EL Limettensaft auspresse. Den Knoblauch abziehen und grob hacken.

Den Thunfisch abtropfen lassen und mit dem Limettensaft und Knoblauch im Blitzhacker sehr fein pürieren. Die Öle mischen. Das Eigelb mit Senf und etwas Salz in einem hohen Rührbecher mit den Quirlen des Handrührgerätes verrühren. Das Öl zuerst tropfenweise, dann in einem dünnen Strahl dazugießen und auf hoher Stufe schlagen, bis eine dicke Mayonnaise entsteht. Das Thunfischpüree mit dem Schneebesen unterrühren, mit Salz und Cayenne würzen.