Arni Yuvetsi: Gebratene Lammkeule mit Kritharaki-Nudeln

Für dieses Gericht sind weder griechische Vorfahren noch besondere Kenntnisse dieser Sprache von Nöten. Unabdingbar wäre in diesem fleischigen Fall für mich eigentlich nur die Qualität des Fleisches und die Liebe zur griechischen Küche, abseits von Gyros und überdimensionalen Zeus-Platten. Der Rest ist eine Frage des Geschmacks. Daran mangelte es aber bezüglich Lamm noch bis vor kurzem, denn Dank eines Hammels (der zum Himmel stank!), habe ich mich seit Jahrzehnten nicht mehr an das flauschige, gelockte Tier gewagt. Diesen desaströsen Zustand konnte ich nicht länger auf mir sitzen lassen – schon gar nicht so kurz vor Ostern.

Dank dem Metzger des Vertrauens und dem tollen Kochbuch Griechenland in meiner Küche sind beide Voraussetzungen schon mal gegeben und wir haben uns das Osterlamm einfach schon vor dem Osterfest schmecken lassen – ich konnte es einfach, wie immer,  nicht erwarten. Während der Zubereitung und auch beim anschließenden Verspeisen waberte ein wunderbar aromatisch-schwerer, Oregano-Knoblauch-Lamm-Duft durch die Wohnung, welchen ich so zuhause noch nicht kannte. So duftet Griechenland!

Zorra und Peter rufen in diesem Ostermonat übrigens zum passenden Blog-Event “Lamm – ganz ohne Wolle” auf – da bin ich doch gleich mal dabei!

Zutaten für 6 Personen:

1 Lammkeule  (ca. 1,3 – 1,5 kg, vom Hohenloher Weidelamm)
Saft von einer halben Zitrone
80 ml Olivenöl
2 TL edelsüßes Paprikapulver
5 Knoblauchzehen, fein gehackt
Salz
Pfeffer
100 ml trockener Rotwein
150 g Frühlingszwiebeln, grob gehackt
1 Dose geschälte Tomaten
1/2 Bund Oregano, gehackt
1 Zimtstange
250 g Kritharaki-Nudeln
geriebener Kefalotiri oder fester Mizithra (ersatzweise Parmesan)

Zubereitung:

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Eventuelles Fett von der Lammkeule abschneiden. Die Keule mit Zitronensaft beträufeln und diesen in das Fleisch einmassieren.

Paprikapulver, Knoblauch, Salz, Pfeffer und 5 EL Olivenöl verrühren und die Lammkeule rundum gründlich mit der Marinade einreiben. In einer großen Auflaufform das restliche Olivenöl erhitzen.  Die Lammkeule hineingeben. Frühlingszwiebeln, Tomaten, Oregano und die Zimtstange zugeben. Leicht salzen und im Backofen ca. 30 Minuten braten. 150 ml Wasser und 100 ml Rotwein angießen und die Keule noch 1 Stunde weiterbraten. Dabei nach 30 Minuten wenden.

Inzwischen die Nudeln in leicht gesalzenem Wasser bissfest kochen. Abgießen und abtropfen lassen. Die Nudeln rund um die fertig gegarte Lammkeule verteilen, ca. 150 ml heißes Wasser zugießen und die Nudeln vorsichtig unter die Sauce mischen. Alles nochmals 10 – 15 Minuten im Backofen garen, bis die Nudeln etwas Sauce aufgesogen haben.

Die Lammkeule aus dem Ofen nehmen und 5 Minuten ruhen lassen. Mit etwas Pfeffer übermahlen. Den Käse getrennt dazu servieren.

Adaptiert nach “Griechenland in meiner Küche” von Tessa Kiros, DK-Verlag

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9 Antworten zu “Arni Yuvetsi: Gebratene Lammkeule mit Kritharaki-Nudeln”

  1. Micha sagt:

    Njami – Lammkeule ist immer ein Burner!
    Schöne Ostern!

  2. Malte sagt:

    Ich habe bei Lamm leider immer Angst vor zu strengem Geschmack. Eine Keule ist ja auch nicht gerade Preiswert und da würde ich mich ordentlich ärgern, wenn es mir am Ende nicht schmecken würde. Deshalb wähle ich meist Fleisch, wo ich ganz auf der sicheren Seite bin.

    Trotzdem habe ich das Gefühl das ich etwas verpasse, eine gut gebratene Lammkeule sieht nämlich fast immer extrem appetitlich aus. Dein Foto macht auch Lust auf mehr.

  3. Heike sagt:

    Jetzt reicht’s mir aber mit all euren leckeren Lammrezepten. Bin mal beim Metzger!

  4. Ach,
    diese kleinen griechischen Kritharaki-Nudeln hatte ich noch nie auf dem Teller. Leider sieht mein Lammplan für Montag schon wieder ganz anders aus, sonst wären sie endlich mal “dran” gewesen.

    Danke für Deinen tollen Keulenbeitrag.
    Peter

    @Malte Vor Lamm braucht man nun wirklich keine Angst zu haben ;-)

  5. Julia sagt:

    Darf ich fragen, zu wievielt Ihr die Keule gegessen habt? Wir lieben beide Lammkeule, scheuen uns aber meist die Zubereitung für uns 2. Und Gäste mögen das ja nicht immer… Oder hast Du eine gute Idee für die “Resteverwertung”? Dann würde ich Dein Rezept nämlich gerne mal ausprobieren.

    @Malte: Bei Lamm schmeckt nix streng. Das sind alte Hammel. Und die gibt es hier kaum zu kaufen. Wenn Du mit Lammfilet oder Lammlachsen anfängst, wirst Du sicher schnell auf den Geschmack kommen. Die gibt es auch schon in kleinen Portionen. Auch eine Möglichkeit sind Lammcurries (Fleisch z.B. aus der Schulter). Die sind sehr würzig und nehmen ein bisschen den “Lammgeschmack”, falls Du Dich langsam rantasten willst…

  6. Pepe Nero sagt:

    Ich liebe Lamm! Eine Keule habe ich alleridngs bisher noch nie gemacht. Das Rezept liest sich jedenfalls sehr verführerisch!

  7. [...] mit Fleisch in Tomatensauce geschmort. Das nennt sich dann Yuvetsi und Rezepte dazu gibt es bei Rock the kitchen mit Lamm, mit Oktobpus bei Tobias kocht oder hier mit [...]

  8. Jens sagt:

    herrlich!

  9. Sylvia sagt:

    @Jens: Genau! ;-)

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