Archiv für Februar 2012

Ingwer-Zitronen-Sirup

Sonntag, 26. Februar 2012

Keine Angst, was aussieht wie gärender O-Saft oder Miraculix´ Zaubertrank, ist in Wirklichkeit noch absolut genießbar und dazu praktischer Weise auch noch äußerst schmackhaft und vielseitig.  Bei der gelben ”Brühe” in der Flasche handelt es sich dieses mal um einen wunderbar fruchtig-scharf-säuerlich-süßen Ingwer-Zitronen-Sirup, der definitiv Lust auf Frühling macht. Also irgendwie doch ein Zaubertrank?

Die Idee für diesen Sirup stammt nicht von mir, sondern von hier: Auf der Flucht vor der allzu närrischen Zeit in Mittelfranken ins weitgehend faschings(zug)freie und wunder- schöne Regensburg, ließen wir uns im angeblich “original französischten Bistro östlich des Rheins” oder auch im Restaurant/Hotel Orphee, Prosecco mit Ingwersirup schmecken.

Kaum wieder im (Franken-) Lande, wird natürlich auch in der heimischen Küche nicht lange gefackelt und sofort geschält und geköchelt was das Zeug hält – mit einem sehr überzeugendem Ergebnis. Der Sirup mundet aber natürlich nicht nur in alkoholischen Getränken wie Prosecco, Sekt, Crémant usw., sondern im Sommer als Erfrischung  – gut gekühlt - in spritzigem Mineralwasser. Noch nicht getestet, aber im Winter in Planung und bestimmt einen Versuch wert: Ingwer-Zitronen-Sirup in heißen Getränken wie Tee, Punsch, Grog oder auch Glühwein.

Kleiner Tip: Verzichtet habe ich auf das Mitverwenden der abgeriebenen Zitronenschale, welche den Zitronengeschmack natürlich intensiviert. Da ich aber keine Bio-Zitronen zur Verfügung hatte, habe ich bei diesem Sirup daruf verzichtet und nur den Saft verwendet. Bei Bioware also die Schale unbedingt mitverwenden!

Zutaten für ca. 500 ml:

400 g Zucker
300 ml Wasser
100 ml Zitronensaft
600 g Ingwer, frisch

Nicht zwingend notwendig, aber für Freunde der Farbe: einige Tropfen gelbe Speisefarbe

Zubereitung:

Ingwer schälen und fein reiben. Alle Zutaten in einen Topf geben und langsam zum Kochen bringen. Den Sirup ca. 25 Minuten ohne Deckel leicht köcheln lassen, dabei immer wieder umrühren.

Sirup durch ein feines Tuch passieren und den Ingwer kräftig ausdrücken. Den Ingwer-Zitronen-Sirup noch heiß in eine sterile Flasche abfüllen und abkühlen lassen. Nach Anbruch der Flasche den Sirup kühl aufbewahren.

Macarons mit schwarzem Pfeffer und Himbeerganache

Dienstag, 21. Februar 2012

Helau & Alaaf! Zum Faschingsdienstag-Nachmittagskaffee gibts heute keine Krapfen, Berliner, Pfannkuchen – oder wie immer diese ausgebackenen und gefüllten Teigballen auch in der restlichen Republik genannt werden.

Statt dessen schlage ich den ungeliebten närrischen Tagen ein Schnippchen und kontere einfach mal zur Abwechslung mit Macarons mit schwarzem Pfeffer und einer fruchtigen Himbeerganache-Füllung. Ist ja eigentlich fast (aber wirklich nur fast) ein Mini-Krapfen, oder? Zuminderst erinnert Form und Fruchtfüllung mit etwas Fantasie an den Faschings-Klassiker – nur ein klein bißchen hübscher…

Der schwarze Pfeffer in der Macaron-Masse passt wieder Erwarten super zu deren Süße und ergänzt sich perfekt mit der leicht säuerlichen Himbeer-Füllung. Dieses Macarons-Experiment erkläre ich also nach einigen Rückschlägen zu Beginn, glücklicher Weise wieder für sehr gelungen -Tätä Tätä Tätä!

Zutaten:

45 g Eiweiß
1 Prise Salz
15 g Kristallzucker
100 g Puderzucker
55 g abgezogene, gemahlene Mandeln
1 Msp. weißer Pfeffer
1/4 TL schwarzer Pfeffer, grob gemahlen

65 g weiße Schokolade
40 g Sahne
1 EL gefriergetrocknete Himbeeren, gemahlen

Zubereitung:

Die gemahlenen Mandeln mit dem Puderzucker im Blitzhacker oder in der Küchenmaschine so fein wie möglich mahlen und durch ein feines Sieb in eine Schüssel sieben.

Eiweiß mit einer Prise Salz nicht ganz steif schlagen, 15 g Kristallzucker einrieseln lassen und weiter schlagen. Der Zucker sollte ganz aufgelöst sein und ein Messerschnitt sichtbar bleiben.

Abwechselnd Löffel für Löffel mit dem Spachtel Eischnee mit der Mandel-Puderzucker-Masse vorsichtig unterziehen. Weißen und schwarzen Pfeffer zugeben. Die Masse sollte glänzend und die Konsistenz von dickflüssiger Lava haben. Sie soll ganz langsam vom Spachtel laufen.

Zwei Backbleche vorbereiten und mit Backpapier auslegen. Das Backpapier an den Ecken mit je einem Punkt Macaron-Masse fixieren. So verhindert man später das Flattern des Backpapiers bei Umluft.

Die Macaronmasse in einen Spritzbeutel mit einfacher, runder Tülle geben und möglichst regelmäßig und mit ca. 2 cm Durchmesser auf das Blech spritzen. Allfällige Falten umgehen, die Schalen verlaufen und werden krumm. Evtl. mit einer Münze Kreise auf das Backpapier zeichnen.

Die Bleche für 30 Minuten stehen lassen und die Macarons antrocknen lassen (kein Durchzug)! Den Backofen auf 140° C Umluft vorheizen.

Nach 30 Minuten beide Bleche in den Ofen schieben und 15 Minuten backen bzw. trocknen lassen.

Die Bleche aus dem Ofen nehmen und die fertig gebackenen Macarons mit dem Backpapier vom Blech auf ein angefeuchtetes Küchen- bzw. Geschirrtuch ziehen. Durch die Feuchtigkeit lassen sich die Macarons nach ca. 5 Minuten spielend leicht vom Backpapier ziehen. Die Schalen auskühlen lassen.

Für die Ganache Schokolade, Sahne und Himbeerpulver in einem kleinem Topf auf kleinster Flamme erhitzen bis die Schokolade vollständig geschmolzen ist. Abkühlen lassen.

Die abgekühlte Ganache mit einem Schneebesen kräftig aufschlagen bis sich ganz kleine Luftbläschen bilden und die Schokomasse luftig und etwas heller wird. In einen Spritzbeutel füllen und die Macaronhälften füllen und passend zusammenfügen.

Spinat-Ricotta-Wan Tans auf Paprikasugo und Pinienkernen

Dienstag, 07. Februar 2012

Gibt es gefüllte Pasta für Ungeduldige (und Grobmotoriker)? Seit gestern bin ich der festen Überzeugung…

Mit Zweiteren habe ich Gott sei Dank nichts am Hut, aber Ungeduld zählt so ziemlich zu einer “meiner” persönlichen Todsünden. Besonders, wenn es um die verzögerte, tägliche warme Mahlzeit geht, verstehe ich überhaupt keinen Spaß mehr. Wenn akuter Hunger besteht und der Magen nach einem anstrengenden Tag schon in den Kniekehlen hängt, muß möglichst fix ein anständiges Gericht auf den Tisch und in den Magen. Was dann leider schon mal weitere “echte” Todsünden nach sich zieht: (Futter-) Neid, Zorn, Völlerei und wenn der Magen voll ist - Faulheit. 

Um diesen Lastern vorzubeugen bzw. die Auswirkungen möglichst gering zu halten, empfehle ich Freunden von Tortellini, Ravioli und Co. nicht die fade schmeckenden Fertigpackungen aus dem Supermarkt-Kühlregal, sondern lediglich fertigen und tiefgekühlten Wan Tan-Teig. Dieser ist in Rekordzeit mit der cremigen Spinat-Ricotta-Masse gefüllt und bettet sich nach einem heißen Meersalz-Bad voller Stolz auf der Paprikasugo.

Zutaten für 4 Portionen:

150 g TK- Blattspinat
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
1 TL Olivenöl
150 g Ricotta
1 EL Parmesan, frisch gerieben
1 Eigelb (M)
20 runde TK-Wan Tan-Blätter ( ca. 8-9 cm Ø, Asiamarkt)
Muskatnuss
Meersalz
Pfeffer

3 rote Paprikaschoten (je ca. 200 g)
1 kleine, weiße Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 EL Olivenöl
1 TL Tomatenmark
50 ml Gemüsefond
1 Zweig Thymian
Pfeffer
Meersalz

1 EL Pinienkerne, geröstet
Parmesan, gehobelt
Rucola

Zubereitung:

3 rote Paprikaschoten längs vierteln, entkernen und mit der Hautseite nach oben nebeneinander auf ein Backblech legen. Unter dem vorgeheizten Backofengrill ca. 6-8 Minuten rösten, bis die Haut schwarze Blasen wirft. Aus dem Ofen nehmen, für 5 Min. mit einem feuchten Geschirrtuch bedecken, anschließend häuten und in Stücke schneiden.

Zwiebel und Knoblauchzehe für die Sugo fein hacken und in 1 EL Olivenöl glasig dünsten. Die gegrillten Paprikaschoten, Tomatenmark, Gemüsefond und Thymian zugeben und die Sauce ca. 10 Minuten köcheln lassen. Den Thymianzweig entfernen, die Parikasugo mit Salz und Pfeffer würzen und fein pürieren.  Beiseite stellen.

Für die Wan Tans den Spinat ausdrücken und fein hacken. Schalotte und Knoblauchzehe fein würfeln und in 1 TL Olivenöl kurz andünsten. Spinat zugeben, kurz mitdünsten und leicht abkühlen lassen. Ricotta, Parmesan und Eigelb gründlich mischen und die Masse mit Muskatnuss, Salz und Pfeffer würzen.

Eine ca. walnussgroße Menge Spinatmasse mit einem Spritzbeutel auf je ein Wan Tan-Blatt spritzen, die Ränder mit Wasser bepinseln, zuklappen und gut andrücken. Die fertig gefüllten Nudeltaschen ca. 3 Minuten in leicht sprudelnden Salzwasser kochen und anschließend abgießen. Paprikasugo erhitzen, auf 4 Teller verteilen und je 5 Wan Tans darauf anrichten. Mit Pinienkernen und Parmesan bestreuen. Den Rucola auf die Pasta geben und servieren. Guten Appetit!

Rote Linsen-Spinat-Tarte mit Feta

Samstag, 04. Februar 2012

Linsen in Kombination mit Spinat ist für mich schlichtweg DIE Kombination – geschmacklich, sowie seit dieser Tarte garantiert auch farblich!  Und weil sich im Kühlschrank noch unbeachteter Fetakäse fand, wure dieser kurzerhand mit hineinkomponiert…

Schwer begeistert hat mich der Linsenboden, der es definitiv mit  jedem anderen Tarte-Boden auf dieser Welt aufehmen kann. Auf den ersten Blick ist das sicher etwas ungewöhnlich aber auf den zweiten Blick steht für mich als Linsenfan das Ergebnis bei Linsenboden vs. Mürbteigboden fest! Außerdem läßt sich die Tarte aufgrund des kompakten Bodens nicht nur einfach aus der Form lösen sondern anschließend auch spielend leicht portio- nieren. Dies nur so als praktische Anmerkung für den einen oder anderen Linsenskeptiker.

Wer also Linsen und Spinat in Kombination mit Fetakäse nicht für völlig abwegig hält, sollte bei dieser Tarte auf alle Fälle einmal zugreifen bzw. sie nachbacken.

Zutaten für eine Tarteform (26 cm):

125 g rote Linsen
50 g Vollkornsemmelbrösel
1 kleine, weiße Zwiebel in Würfel
1 TL Olivenöl
1 EL geriebener Parmesan
1 Eigelb (M)
1 Knoblauchzehe, gepresst
1 TL Tomatenmark
Salz
Pfeffer

225 g TK-Blattspinat
1 kleine, weiße Zwiebel in Würfel
1 Knoblauchzehe, gepresst
1 TL Olivenöl
100 g saure Sahne
50 g Creme Fraiche
50 ml Milch
100 g Feta, zerbröselt
2 Eier (M)
Salz
Pfeffer
Muskatnuss

Zubereitung:

Tarteform fetten, mehlieren und kalt stellen. Backofen auf 180 Grad vorheizen.

Rote Linsen ca. 10 Minuten gar kochen. Zwiebel im Olivenöl glasig dünsten. Linsen, Zwiebeln, Parmesan, Semmelbrösel, Knoblauch, Eigelb, Salz, Pfeffer und Tomatenmark zu einem homogenen Teig verkneten. Die Tartform gleichmäßig damit auskleiden und nochmals kalt stellen.

Für die Spinat-Feta-Masse 1 TL Olivenöl erhitzen und Zwiebelwürfel und Knoblauch darin andünsten. Spinat zugeben und ca. 1 Minute mitdünsten – abkühlen lassen. Saure Sahne, Creme Fraiche, Milch, Eier und zerbröselten Feta vermischen. Spinat unterrühren un die Masse mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen.

Die Spinatmischung auf den Linsenboden gießen und glatt streichen. Die Tarte bei 180 Grad ca. 35-40 Minuten backen. Aus dem Ofen nehmen und ca. 15-20 Minuten ruhen lassen und genießen! Guten Appetit!