Archiv für Januar 2012

Asia-Bolognese auf Reisbandnudeln

Dienstag, 24. Januar 2012

Heute mal kurz, knapp und fotolos… Weil diese “etwas andere” Bolognese aber an Geschmack und Aroma kaum zu überbieten ist, muß das köstliche Rezept einfach mal ohne Bebilderung  für mich und die Nachwelt festgehalten werden. Aber eh egal, denn kein Foto von mir würde je diesem Gaumenknospenschmeichler gerecht werden…

PS: Schlimm ohne Foto?

Zutaten für 2 Personen:

100 g Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
1/2 TL fein gehacktes Zitronengras
20 g Ingwer
20 g Koriandergrün
10 g Thai-Basilikum
1 EL Rapsöl
150 g Tatar (oder Rinderhackfleisch)
1 EL Tomatenmark
1/2 TL rote Currypaste
100 g passierte Tomaten
1 EL Sojasauce
1 TL Palmzucker (ersatzweise normaler Zucker)
3 Kaffirlimettenblätter, gehackt
250 ml Gemüsebrühe
50 ml Rotwein, trocken
Salz
Szechuanpfeffer
1 EL Limettensaft
1 EL Fischsauce
250 g breite Reisbandnudeln

Zubereitung:

Zwiebel, Knoblauch und Ingwer sehr fein würfeln. Koriander und Thai-Basilikum grob hacken.

Öl in einem Topf erhitzen. Tatar (oder Rinderhackfleisch) darin leicht braun anbraten. Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer und Zitronengras zugeben und kurz mitbraten. Tomatenmark und Currypaste einrühren. Mit Rotwein ablöschen und kurz einkochen lassen. Palmzucker, Tomaten, Kaffirlimettenblätter, Thai-Basilikum und die Hälfte des Korianders zugeben und die Brühe angießen. Mit Salz, Pfeffer, Sojasauce, Limettensaft und Fischsauce abschmecken und ca. 1/2  Std. leicht köcheln lassen.

Die Reisbandnudeln nach Packungsanweisung garen und in einem Sieb abtropfen lassen. Die Nudeln mit der Sauce anrichten und mit Koriander dekoriert servieren.

Quelle: Modifiziert nach Essen & Trinken 1/2012

Oreo-Cantuccini

Sonntag, 22. Januar 2012

Kennt Ihr diese leckeren, knusprig-harten Mandelkekse aus Italien? Die, die man zahnschonend am besten  in Vino Santo oder Espresso tunkt? Ich könnte für die Dinger jedenfalls fast sterben und sobald so ein lecker Päckchen mal offen ist, ist es auch (leider) ratzfatz wieder leer.

Das gleiche Schicksal wiederfährt auch so ungefähr einmal im Quartal einer Packung Oreo-Kekse. Ist so ein Päckchen aufgrund eines akuten Zucker-Defizites einmal im Körbchen des heimischen Supermarktes gelandet, so können sich die schokoladigen Kekse garantiert keiner langen Lebensdauer mehr erfreuen – mindestens 50 % des Inhaltes fällt meiner Gier schon auf dem Heimweg zum Opfer.

Bei Baking the law fand ich dann quasi die Erlösung für die geschundenen Cantuccini-Oreo-Mägen. So vereinen sich hier elegante italienische Biscotti mit schon fast ordinären herb-kakaolastigen Ami-Keksen zu einem kulinarisch kulturellen Konglomerat. Mahlzeit!

Zutaten:

200 g Zucker
75 g Butter
3 Eier (M)
Mark einer Vanilleschote
360 g  Dinkelmehl (Typ 1050)
1 TL Backpulver
1 Prise Salz
16 Oreos´s, mit dem Messer grob gehackt

Zubereitung:

Backofen auf 180° Ober-, Unterhitze vorheizen.

Mehl sieben und mit Salz und Backpulver mischen. In einer Rührschüssel die weiche Butter mit dem Zucker schaumig schlagen und die Eier nacheinander unterrühren. Das Mehl dazugeben und alles zu einem glatten Teig verkneten. Zuletzt die gehackten Oreokekse unterarbeiten.

Den Teig auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech zu einem langen Laib formen. Für etwa 30 Minuten backen und anschließend leicht abkühlen lassen. Die Teigrolle in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden und diese nochmals nebeneinander auf das Backblech legen. Die Cantuccini nochmals für ca. 9  Minuten backen – Fertig!

 

Carrot-Ginger-Cake with Creamcheese

Dienstag, 17. Januar 2012

Rock the kitchen proudly presents: Der erste Kuchen im neuen Jahr, endlich! Lange hat es gedauert und so wurde es aber auch wirklich Zeit, der Januar ist schließlich schon wieder so gut wie vorbei – und dann immer noch kein Süßkram in Sicht?      

Eingeläutet wird die Kuchen-Saison mit einem herrlich saftigen, leicht fruchtig-scharfen und einem nicht zu süßen Karotten-Ingwer-Kuchen. Aufs Dach gibts anstatt einer ordinären Puderzuckerglasur mal zur Abwechslung ne ordentliche Portion cremigsten Frischkäse und der Boden ist dank viel Nuss und wenig Mehl schon fast “al dente”. Gekrönt wird das Ganze natürlich – wie sollte es auch anders sein – mit bildhübschen Möhrchen. Auch noch erwähnenswert: Ganz ohne Butter und mit wenig Zucker ist dieser ”first Cake” auch noch wunderbar vorsatzkompatibel. Versprochen… ;-)

Zutaten (Springform, 26 cm):

400 g Karotten
60 g kandierter Ingwer
50 g Marzipan-Rohmasse
4 Eier (M)
80 g Zucker
1 Prise Salz
40 g Dinkel-Vollkornmehl
1 TL Backpulver
1 TL gemahlener Zimt
Abrieb einer Bio-Orange
1 Msp. gemahlener Kardamom
100 g geriebene Haselnüsse
100 g geriebene Walnüsse

250 g Frischkäse (Doppelrahmstufe)
80 g Puderzucker
12 Marzipankarotten

Zubereitung:

Backofen auf 180 Grad vorheizen. Eine Springform (26 cm) mit Backpapier auslegen.

Karotten schälen und fein raspeln und mit Hilfe eines Geschirrtuches gründlich ausdrücken. Ingwer fein hacken oder pürieren.

Marzipan grob reiben. Eier trennen. Marzipan, Orangenabrieb, Eigelb und 3 EL heißes Wasser mit dem Handrührgerät schaumig schlagen. Eiweis, Zucker und Salz steif schlagen.

Mehl, Backpulver, Gewürze und Nüsse gründlich vermischen. Eigelbmasse, Eiweiß, Karotten und Ingwer mit einem Spatel mischen und unter die Mehl-Nussmischung heben. Die Teigmasse in die vorbereitete Springform füllen und bei 180 Grad ca. 35-40 Minuten backen. Aus dem Ofen nehmen und auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.

Frischkäse und gesiebten Puderzucker glatt rühren. Den Carrot-Ginger-Cake aus der Form schneiden, mit der Frischkäsemasse bestreichen und mit den Marzipankarotten dekorieren – Fertig!

Kabeljau-Sauerampfer-Strudel auf cremigem Riesling-Speck-Kraut

Sonntag, 08. Januar 2012

Nach der ganzen Weihnachts- und Urlaubsvöllerei starte ich das Jahr auf keinen Fall mit einer eingeschränkten Kalorienzufuhr. Der Körper hat sich über Tage und Wochen mühsam an die gesteigerte Nährstoffzufuhr gewöhnt und jetzt soll alles apprupt im neuen Jahr ein Ende haben? Nicht mit mir und nicht heute und hier.

Und weil Speck und Kraut an sich schon eine leckere Kombination sind, potenziert sich der Geschmack (und Kalorien) mit Creme Double und reichlich Alkohol gleich nochmal. Diese köstliche Kreation ist übrigens ein Weltenbummlerrezept, denn es ist österreichischen Ursprungs, wurde in der New York Times gedruckt,  mir in Schottland von zwei Deutschen kredenzt und von meiner Wenigkeit  mit kleinen Abänderungen sofort mit Begeisterung nachgekocht. An diese Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön in Richtung der Insel!

Schneeweißer Fisch, cremeweißes Kraut, elfenbeinweißer Filoteig und Weißwein in einer samtweiße Sauce auf strahlend-weißen Tellern – das alle klingt nach einer (fast) perfekten Abstimmung für den Blogevent von Uwe. Leider hat sich der grüne Sauerampfer zwecks Dekoration etwas frech und vorlaut  in den Vordergrund gedrängt, was aber dem hellen Gesammt- erscheinungsbild hoffentlich keinen Abbruch tut. Uwe, einfach mal ein Auge zudrücken und großzügig drüber hinwegsehen!

 

 

Zutaten für 2 Personen:

300 g Sauerkraut (frisch oder Dose)
1 kleine, weiße Zwiebel
1 EL Rapsöl
1 kleine Kartoffel (ca. 80 g)
50 g geräucherter Speck
200 ml Gemüsebrühe oder Wasser
2 Lorbeerblätter
5 Pfefferkörner
3 Wacholderbeeren
1 Prise gemahlener Kümmel
1 EL Zitronensaft
200 ml Riesling
50 ml Noilly Prat
1 Becher Creme Double (120 g)
250 g Bio-Kabeljaufilet, in 4 gleichgroßen Stücken
4 Blätter Filoteig (35 x 35 cm)
40 g Butter, flüssig
24 kleine Blätter Sauerampfer
Salz
Pfeffer
Zucker

Zubereitung:

Das Kraut in reichlich kaltem Wasser ca. 2 Std. wässern damit es den saueren Geschmack etwas verliert. Das Kraut anschließend abgießen und gut ausdrücken.

Die Zwiebel in feine Würfel schneiden und im Rapsöl glasig dünsten. Speck, Sauerkraut, Gemüsebrühe oder Wasser und Gewürze zugeben und das Kraut ca. 45 Minuten bei kleiner Flamme köcheln lassen. Bei Bedarf noch etwas Brühe oder Wasser zugeben. Die Kartoffel fein reiben. Kartoffel unterrühren, Riesling und Noilly Prat angießen und das Kraut weitere 10 Minuten köcheln lassen. Zum Schluß Zitronensaft und Creme Double einrühren und das Kraut mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken.

Backofen auf 200 Grad vorheizen.

Eine Filoteigblatt auf ein feuchtes Geschirrtuch legen und dünn mit flüssiger Butter bepinseln. Das 2. Filoteigblatt exakt darauflegen und ebenfalls dünn mit Butter bepinseln. Die letzten beiden Blätter ebenfalls darauflegen und immer wieder dünn mit Butter bepinseln. Das Quadrat in jeweils gleichgroße Teile vierteln. Auf  jedes Teigquadrat mittig 1 Stück Fisch setzen, salzen, pfeffern und mit den Sauerampferblättern belegen. Die Teigseiten links und rechts einschlagen und den Fisch von unten nach oben einrollen. Die Fischpäckchen nochmals dünn mit Butter bestreichen und ca. 10 Minuten bei 200 Grad im Ofen goldbraun backen.

Das Sauerkraut erwärmen und durch ein Sieb gießen. Die Sauce auffangen und je nach Bedarf nochmals mit Salz und Pfeffer abschmecken und nach Belieben evtl. mit Stärkemehl binden. Die Kabeljau-Strudel mit der Sauce und dem Sauerkraut in tiefen Tellern anrichten und servieren.

 

Silvester 2011/12: Glasgow und Edinburgh

Samstag, 07. Januar 2012

Ein gesundes neues Jahr an alle, oder besser Happy New Year! Oder wie man auf der Insel so sagt, denn dort habe ich ja diesmal den Jahreswechsel verbracht. Die im letzten Post angedrohten, täglichen Berichte sind leider einem gemütlichen und weitgehend stressfreien Urlaub zum Opfer gefallen. Schuld daran waren, wie sollte es auch anders sein, die unzähligen schönen Pubs in Glasgow und Edinburgh sowie ein permanent voller Bauch – Frau muß schließlich in einem anderen Land  so einiges probieren.

 

 

Mangels Mut habe ich mich aber trotzdem nicht dazu durchringen können das schottische Nationalgericht zu probieren. Haggis entzieht sich optisch und inhaltlich irgendwie meiner kulinarischen Vorstellungskraft, wobei ich das mitgebrachte Exemplar trotzdem todesmutig in der heimischen Küche irgendwie verwerten werde. Schon mal Tortellini mit Haggisfüllung und Erbsen-Minz-Pesto probiert? Nö? Ich schon bald!

Ganz, ganz anders hingegen verhällt es sich zu meinem Unglück mit Fish & Chips. Als eine ganz-selten-Pommes-Esserin hab ich da mal richtig zugeschlagen. Dank der viel dickeren und dadurch extrem leckeren (essiggetränkten) Pommes und dem in Bierteig knusprig gebackenen Fisch, der vor dem Genuß in einer reichhaltigen Tatarensauce versenkt wird, spannt der Hosenbund dann doch ganz  leicht. Zur Beruhigung des Gewissens gabs dazu aber immer ballaststoffreiche Erbsen und die obligatorische, extrem vitaminhaltige Zitronenscheibe.

 

 

Auch wurde ich in Edinburgh zum ersten Austern-Verzehr genötigt, die ganz anfängermäßig  mit Speck überbacken waren. Zu meiner Überraschung gab es diese ganz frisch und schön angerichtet in einem Pub und nicht wie erwartet im Nobelrestaurant zwischen traditionellen Pub-Gerichten wie Burger, Steak and Ale Pie, Fisch & Chips, Haggis, Neeps and Tatties, Sticky Toffe Pudding, Cranachan, Chocolate Fudge Cake usw. Wenn auch meine Meinung zu den Austern immer noch zwiespältig ist, konnte ich mich aber für ein typisches Getränk begeistern: Whisky. Aber nur einen ganz bestimmten: Glenmorangie.

Im Gegensatz dazu steht mein Freund, der in einer Art kulinarischen Feldzug,  neben Torf-Whisky, Algen- und Blumen-Ales, in Whiskyfässern gelagertem Bier und Irn Bru auch Black Pudding, Frühstückswürste, Austern, Muscheln und Haggis erobert und vernichtet hat.

Auch wenn es hier den Anschein erweckt, das Essen auf der Insel wäre im Großen und Ganzen sehr gewöhnungsbedürftig, so muß man doch sagen, dass unsere traditionellen Essen wie Saumagen, Schlachtschüssel, Leber usw. nicht minder gewöhnungsbedürftig sind. Beeindruckt hat mich aber die Kombination von sehr gutem, frischen und schon fast noblen Gerichten wie Hummer, Austern, Langusten usw. in Verbindung mit normaler “Kneipenatmosphäre”. Der Wechsel vom Feierabendbier am Tresen zum eingedeckten Tisch mit Hummer ist problemlos ohne spezieller Garderobe und bestimmten Verhaltensweisen möglich.

 

 

Noch ein Satz zu oben beschriebener “Kneipenatmosphäre”. Vor allen in den Pubs in Edinburgh fühlt man sich in ein vergangenes Zeitalter, bestehend aus Dandys, Gentlemen und anderen noblen Herrschaften zurückversetzt. Die Einrichtung erinnert mit hohen Decken, Holzvertäfelungen und Messingverzierungen oft an ein Museum. Im Gegensatz dazu gibt es aber auch mit Mustern und Ornamenten geflieste Innenräume, die den Betrachter oft fragend nach der vormaligen Verwendung zurücklassen, die oft in einem positiven Sinn an ein schönes und altes Jugendstil-Schwimmbad. Alles in allem ist jedes Pub ein Erlebnis und trotz der oft noblen Ausstattung Schicki-Micki-freie Zone. 

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich überraschender- weise auf alle Fälle Schottland alleine schon wegen des Essens eine Reise wert wäre. Frischer Fisch und andere Meeresfrüchte , einheimisches Wild und einheimisches Rind überzeugen jeden Feinschmeckergaumen. Darüberhinaus gibt es natürlich außerhalb der großen Städte eine wunderbare Landschaft zu entdecken und in den Städten viele interessante Gassen, Winkel, Friedhöfe, Pubs und natürlich Gespenster ;-)