Archiv für November 2010

Nachgekocht: Räucherforellentatar

Dienstag, 30. November 2010

Leider kann ich jetzt mit keinem Erfahrungsbericht dienen, wie sich Forellenfilet so unter dem Sofapolster macht. Nachdem ich im Moment auch kein Pferd zur Verfügung habe, wurde bei mir ebenfalls Forellenfilet verwendet! Genau wie bei Alex von allekochen. Sein Forellentatar hat es mir auf den ersten Blick angetan. Quasi Liebe auf den ersten Blick, bzw. auf den ersten Bissen… ;-)

Habe sein Rezept lediglich ganz leicht abgewandelt und mit etwas Meerrettich “gepimpt”. Frischen Dill hatte auch ich nicht im Haus, was aber – wie Alex schon schrieb – sehr gut passen würde. Egal. Dieses leckere Gericht gibts sicher noch öfter und dann eben mit Dill. Danke Alex für die tolle Anregung!

Zutaten für 2 Personen:

125 g geräucherte Forellenfilets
50 g Salatgurke
30 g Apfel
1 Schalotte
20 g Creme Fraiche
20 g Sauerrahm
1/2 TL Meerrettich frisch gerieben
1/2 Zitrone
Salz
Pfeffer aus der Mühle

Zubereitung:

Apfel, Gurke und Schalotte schälen und fein würfeln. Forellenfilets ebenfalls würfeln.

Meerrettich, Zitronensaft, Sauerrahm und Creme Fraiche gründlich verrühren und mit Salz und Pfeffer würzen. Mit den übrigen Zutaten vermischen und nochmals abschmecken – Fertig! Auf 2 Teller dekorativ anrichten und servieren.

Pro Portion: 147 Kcal, 601 Kj, 21 g Eiweiß, 7 g Fett, 3 g Kohlenhydrate, 0,7 g Ballaststoffe

Nachgekocht – Gegrillte Paprika mit Feta

Sonntag, 28. November 2010

Ich liebe ja Vorspeisen, Tapas, Mezze usw. über alles. Inspiriert wurde ich dieses Mal bei Creative Pink, ihre Version von gegrillter Paprika erinnerte mich sofort wieder an leckere gegrillte und gefüllte Paprika mit die ich schon vor etwas längerer Zeit beim Lieblingsgriechen verspeiste.

Bei dieser griechischen Version waren die Paprika allerdings von ihrer Haut befreit und mit Knoblauch bestrichen, was natürlich meiner Vorliebe für die weiße Knolle sehr entgegenkommt. Außerdem ist  Wochenende und die geruchstechnische Belastung der Mitmenschen minimiert sich da schonmal auf einige wenige Personen… ;-)

Zutaten für 4 Personen:

4 rote Paprika
3 Knoblauchzehen
2 EL Olivenöl
100 g Fetakäse
Salz
Pfeffer

Zubereitung:

Paprika waschen, Strunk und Kerne enfernen. Im vorgeheizten Backofen (200 Grad) die Paprika grillen bis die Haut schwarz ist und Blasen wirft.

Die abekühlten Paprika häuten, mit Fetakäse füllen, in eine ofenfeste Form geben und mit Salz und Pfeffer würzen. Knoblauchzehen presssen mit dem Olivenöl mischen und gleichmäßig auf den Paprikaschoten verteilen. Nochmals ca. 10 Minuten bei 180 Grad in den Backofen geben. Nach Wunsch mit Petersilie bestreuen und servieren.

Käsige Spätzle – mit Tête de Moine und Südtiroler Speck

Donnerstag, 25. November 2010

Spätzle werden von mir ganz leicht sträflich vernachlässigt. Oft gibt es Risotto und Pasta  in sämtlichen Ausführungen, Geschmacksrichtungen und Farben, aber Spätzle? Fehlanzeige. Höchste Zeit etwas dagegen zu unternehmen! 

Gerade wenn es draußen kalt, regnerisch und ungemütlich ist, dann geht man gerne zurück in die warme Küche und besinnt sich auf das Wesentliche, Traditionelle und gerne auch Klischeehafte. Da geht man auch nicht in die große Welt hinaus, sondern da bleibt man in vertrauter Umgebung. Kulinarisch kann man sich aber durchaus einen Blick zu den schwäbischen Nachbarn erlauben. Es gibt Käsespätzle! Denn was gibt es besseres als leckere selbstgemachte Spätzle, bei denen der würzige-aromatische Käse richtig schöne filigrane “Fäden” zieht? Nicht zu sprechen von den würzigen, knusprigen, aber doch noch leicht saftigen Röstzwiebeln…

Und weil das Wetter heute gar so garstig war kam gleich in den Teig eine kleine Portion Tête de Moine. Außerdem wurden die Käsespätzle noch mit hauchdünnem und knusprigem Südtiroler Speck gepimpt, eine Spezialität unserer südlichen Nachbarn!

Zutaten für 2 Personen:

Spätzle:

200 g Mehl
2 Eier
Salz
80 ml Wasser
30 g Tete de Moine

Röstzwiebeln:

1 Zwiebel
1 EL Mehl
1/2 TL Paprikapulver
1 Prise Salz

50 g Südtiroler Speck
100 g Tete de Moine
20 g Butter

Zubereitung:

Tete de Moine fein reiben. Alle Zutaten für die Spätzle in einer Schüssel zu einem glatten Teig schlagen bis er Blasen wirft. Teig mit Spätzlehobel, Spätzlemaschine, Spätzlepresse oder vom Brett schaben und in kochendes (Salz-) Wasser geben. In ein Sieb abschütten, abschrecken und abtropfen lassen.Zwiebel schälen, halbieren, in dünne Scheiben schneiden und trockentupfen. Zwiebeln auflockern und mit Mehl und Paprikapulver und Salz vermischen. In einer Pfanne Öl erhitzen, Zwiebel darin goldgelb backen, dabei immer wieder vorsichtig durchmischen. Zwiebel herausheben und auf mehreren Lagen Küchenpapier abtropfen lassen.

Südtiroler Speck in einer beschichteten Pfanne ohne Fett golbraun braten und im Backofen warm stellen.

Butter in die Pfanne geben und Spätzle darin schwenken. Tete de Moine zugeben und schmelzen lassen. Die Spätzle mit dem Speck und den Röstzwiebeln anrichten – Fertig!

Wieder ein Versuch – Tagliatelle

Dienstag, 23. November 2010

2. Nudel-Versuch. Ich bin begeistert! Pasta selbst herstellen ist eigentlich ein absolutes Kinderspiel, wobei ich mich hierbei keinesfalls als routiniert bezeiche – eher als blutiger Anfänger! Warum bin ich nicht schon viel eher drauf gekommen? Spätestens nach diesem Tagliatelle-Versuch bin ich infiziert, ich möchte sogar von einem neuen Hobby sprechen. ;-)

Im Vergleich zu meinen Kürbis-Ravioli ist der Teig heute viel dünner denn ich habe es dieses Mal geschafft, meine Ungeduld irgendwie zu unterdrücken. Wozu hat die Maschine auch die Stufe 1? Im Gegensatz zum letzten Mal habe ich mit den Zutaten experimentiert und nur das Eigelb zum Mehl gegeben, meiner Meinung nach ist die Pasta dadurch irgendwie fester und sie “quillt” im Wasser weniger auf. Mehr Eigelb sorgt natürlich auch für eine tolle Farbe! In 250 g Mehl wanderten deswegen 4 Eigelb der Größe M und eine Prise Salz.

Die Tagliatelle waren eigentlich pur schon ein Traum, deswegen wurden sie nur ganz leicht in in einer Sahne-Weißwein-Pecorinosauce geschwenkt. Jetzt weiß ich: selbstgemachte Pasta macht (mich) süchtig und deswegen lässt der nächste Pasta-Versuch bestimmt nicht lange auf sich warten!

Orientalischer Linsensalat

Sonntag, 21. November 2010

Während ich Linsen in jeder Farbe und Sorte in der letzten Zeit sträflich vernachlässigt habe, ist es wieder mal höchste Zeit sich dieser köstlichen und unglaublich vielseitigen Hülsenfrüchte zu widmen.

Es ist also wieder soweit. Nachdem ich schon mehrere Varianten von Linsensuppe probiert habe, wird es höchste Zeit für einen Salat. Am besten scharf. Oder nussig? Am besten beides… Zwar ist diese Jahreszeit nicht unbedingt am geeignetsten für derartige Salatexperimente – bei den Temperaturen tendiere ich eher zu warmen bis heißen Gerichten - aber eine gewisse Flexibilität braucht der Mensch einfach. Ein ähnliches Rezept habe ich schon mal irgendwo gelesen, ich kann mich aber beim besten Willen nicht mehr dran erinnern wo. Knoblauch zu Linsen passt meiner Meinung nach ja wie die Faust aufs Auge. Als Schärfespender fungierte die Harissa-Paste und für die nussige Komponente mussten Erdnüsse herhalten. Eigentlich wollte ich ja Pistazien… Dazu frisches, selbstgebackenes Naan-Brot und mein Gaumen war begeistert!

Zutaten für 2 Personen:

150 g rote Linsen
1 kleine Zwiebel
1-cm-Stück Ingwer
2 Knoblauchzehen
100 g Joghurt 3,5 %
1 EL Essig
1 TL Harissa
1 EL Rapsöl
1 EL Erdnüsse
Salz
Pfeffer

Zubereitung:

Linsen in kochendem Wasser 5 Minuten garen, abgießen und abkühlen lassen. Zwiebel fein würfeln, Ingwer und Knoblauch hacken. Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen und Zwiebelwürfel, Knoblauch und Ingwer leicht anschwitzen. Harissa und 3 EL Wasser zugeben, alles kurz aufkochen und abkühlen lassen.

Essig, Joghurt und Petersilie unter die Harissamasse rühren und mit den Linsen vermengen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit den gehackten Erdnüssen bestreuen – Fertig!

Pro Portion: 397 Kcal, 1626 Kj, 24 g Eiweiß, 14 g Fett, 48 g Kohlenhydrate, 9 g Ballaststoffe

Cucina rapida - schnelle Küche für Genießer. Ein Blog-Event von mankannsessen.de

Dattel-Rum-Konfekt

Freitag, 19. November 2010

Ich geb mir die Kugel… die Dattel-Rum-Kugel! Was vielleicht auf dem Foto leicht kompliziert erscheint ist in Wirklichkeit nur eine klug eingefädelte Resteverwertung. Ein offenes Päckchen Datteln und Walnüsse gepaart mit einer ebenso in jedem gut sortiereten Haushalt vorhandenen Frühstücksbeigabe. Rum ist ebenfalls vorrätig und das angebrochene Lebkuchengewürz vom letzten Jahr wird gleich mitverwurschtelt bzw. mitverkugelt. Lediglich die Kokosflocken waren nicht lagernd, aber da wollen wir mal nicht so kleinlich sein!

Zum ersten Mal habe ich aufgrund der sich anbahnenden Weihnachtsvöllerei die Kalorien nicht unter den Tisch fallen lassen und verdrängt sondern alles brutal und schonungslos berechnet. Damit man im neuen Jahr nicht gleich rum-kugelt… ;-)

Zutaten für 20 Stück:

100 g getrocknete Datteln
50 g Haferflocken
50 g Walnüsse
2 EL Rum 54 Vol. %
1 Messerspitze Lebkuchengewürz
2 EL Kokosflocken

Zubereitung:

Walnüsse und Datteln sehr fein hacken. Alle Zutaten außer den Kokosflocken gründlich verkneten. Zu gleichmäßigen Kugeln formen und in den Kokosflocken wälzen. 

Pro Stück: 49 Kcal, 205 Kj, 0,8 g Eiweiß, 2,3 g Fett, 4,9 g Kohlenhydrate, 0,8 g Ballaststoffe

Mittwochs-Frühstück: Shakshuka im Glas

Mittwoch, 17. November 2010

Im Herbst braucht der Mensch auch schon mal was Warmes zum Frühstück…und Scharfes! Was gibts also heute im Hause rock the kitchen! zum Frühstück?

Inspiriert durch ein tolles Frühstück  im Neni am Naschmarkt in Wien mußte heute etwas Würziges und Scharfes auf den Frühstückstisch. Was bietet sich da mehr an als das obligatorische Frühstücksei? Aber in welchem Zustand? Weich, hart, gespiegelt, gerührt, geschüttelt(!), als Omelette oder etwa im Glas? Glas ist schon mal nicht schlecht, hatte ich zumindes schon lange nicht mehr aber immer noch irgendwie langweilig…

Also Shakshuka im Glas. Shakshuka ist eine orientalische Eierspeise mit einem scharfen Tomaten-Paprika-Zwiebel-Ragout das, wie im Neni,  traditionell in einer Pfanne serviert wird. Und was aus der Pfanne schmeckt kann im Glas nicht minder schlecht sein, oder? Einen Versuch wars jedenfalls wert und obwohl ich es mit dem Chili etwas übertrieben habe war ich absolut begeistert! Hoch lebe das Glas…das Ei im Glas! ;-)

Zutaten für 2 Personen:

2 Eier
50 g Paprika
1/2 Zwiebel
1 kleine Chilischote
1 Knoblauchzehe
2 Tomaten
1 TL Rapsöl
1 Zweig Petersilie
Kreuzkümmel
Koriander
Salz
Pfeffer

Zubereitung:

Paprika, Chilischote, Knoblauch und Zwiebel fein würfeln. Petersilie waschen, trockenschütteln und hacken. Die Haut der Tomaten kreuzweise einritzen und kurz in kochendem Wasser blanchieren. Haut abziehen und ebenfalls würfeln.

In einer kleinen Pfanne Öl erhitzen und Knoblauch, Chili und Zwiebelwürfel leicht anbraten. Paprika und Tomaten zugeben, mit Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel und gemahlenem Koriander würzen. 5 Minuten leicht köcheln lassen, bei Bedarf etwas Wasser zugeben. Petersilie unterrühren.

Die Tomatenmasse in 2 Hitzebeständiege Gläser füllen und jeweils vorsichtig ein aufgeschlagenes Ei draufgleiten lassen. Im heißen Wasserbad mit Deckel ca. 7-8 Minuten garen – Fertig!

Kürbis-Ricotta-Ravioli mit Maronensauce

Montag, 15. November 2010

Nachdem die Nudelmaschine seit längerer Zeit im Küchenschrank unangestastet ihr Dasein fristete wurde es höchste Zeit für einen Freigang. Ich liebe gefüllte Pasta und was liegt in der Kürbissaison näher als die kleinen, leckeren Teigtaschen mit einer Kürbis-Ricottamischung zu füllen? Gesagt, getan und so machte ich mich unverzüglich ans Werk. Zwischendurch plagten mich aber arge Zweifel ob es beim ersten Mal auch so klappen würde, es ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen. Quasi war heute Nudel-Premiere und so nudelte ich gespannt und unerwarteter Dinge vor mich hin. 

Das Ergebnis war fürs erste Mal Maschinen-Nudeln gar nicht mal so schlecht. Merke: Der Nudelteig sollte ziemlich dünn sein, meiner war leider etwas zu dick. Aber mit etwas Geduld und Übung und Kreativität lassen sich verschiedenst gefüllte Pasta herstellen. Danke Nudelmaschine! In Zukunft gibts öfter mal einen Freigang… ;-)

Zutaten für 2 Personen:

Kürbis-Ricotta-Ravioli

125 g Mehl
1/2 gestrichener TL Salz
1 Ei GR. L
1/4 TL Paprikapulver

100 g Kürbis (Hokkaido)
75 g Ricotta
1 Eigelb
1/2 TL gehackte Petersilie
Muskatnuss
Salz
Pfeffer aus der Mühle

Maronensauce

100 g gegarte unde geschälte Maronen
1 Schalotte
1 TL Rapsöl
100 ml Sahne
50 ml Gemüsefond
50 ml trockener Weißwein
1/2 TL gehackte Petersilie
1 EL Parmesan
Salz
Pfeffer aus der Mühle
 
Zubereitung:

Mehl, Ei, Salz und Paprikapulver auf einer Arbeitsfläche zu einem glatten, leicht glänzenden, aber festen Teig verkneten. In Frischhaltefolie wickeln und bei Zimmertemperatur mindestens 30 Minuten ruhen lassen.

Während der Teig ruht kann schon mal an die Füllung gedacht werden. Den Kürbis auf der Küchenreibe fein raspeln. Kürbis, Ricotta, Eigelb, Petersilie in einer Schüssel gründlich verrühren und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken. Kühl stellen.

Jetzt wieder zum Teig: Folie entfernen und nochmals gründlich durchkneten. Teig durch die Nudelmaschine drehen bis die gewünschte “Stärke” erreicht ist. Auf der Arbeitsfläche ausbreiten und pro Ravioli ca. 1 TL Füllung auf die Teigbahn geben. Eine 2 Teiglage vorsichtig daraufgeben und neben der Füllung andrücken. Runde Ravioli ausstechen.

Für die Sauce die Schalotte in feine Würfelchen schneiden. Öl erhitzen und die Schalotte glasig dünsten. Mit Weißwein ablöschen, Gemüsefond und Sahne zugeben, leicht einkochen lassen. Maronen grob hacken und mit der Petersilie und dem Parmesan in die Sauce geben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

In einem großen Topf Wasser mit 1 TL Salz aufkochen. Nudeltaschen vorsichtig ins Wasser gleiten lassen und 3-4 Minuten köcheln lassen. Die Ravioli durch ein Sieb gießen und mit der Maronensauce auf vorgewärmten Tellern anrichten – Fertig!  

 

Dill-Kürbis-Pesto

Samstag, 13. November 2010

Hier schon mal ein kleiner Rezeptnachtrag zum Menü vom vergangenen Samstag. Das Dillpesto harmonierte unerwartet gut mit den in Honig karamelisierten Kürbisspalten, Röstis und dem Fisch. War ich am Anfang noch etwas skeptisch, was diese Kombination betraf, bin ich jetzt fast schon so etwas wie begeistert! Gibts in Zukunft öfter…

Zutaten:

100 g  Dill gehackt
20 g Kürbiskerne
20 g Parmesan
3 EL Kürbiskernöl
3 EL Olivenöl
Meersalz
Pfeffer schwarz aus der Mühle

Zubereitung:

Kürbiskerne ohne Fett in der Pfanne goldbraun rösten. Parmesan reiben. Alle Zutaten im Mixer fein pürrieren.

Hunger im Herbst

Dienstag, 09. November 2010

Es ist vollbracht. In Anbetracht der Tatsache, daß meine Not am Freitag noch fast grenzenlos war, war das Essen rückblickend am Samstag ein voller Erfolg. Überhaupt war das komplette Menü nicht nur durch die Zeitknappheit bei der Planung geprägt, sondern auch durch Mangel an Zutaten, der Themenvorgabe Herbst und daraus resultierenden, interessanten und spontanen Menükombinationen. Kürbis zu Fisch verhält sich wie Knoblauch zur Kürbissuppe: Herbstlich und sehr positiv. ;-)

Die passende flüssige Begleitung gegen die Herbstdepression wurde durch K., in Absprache mit dem Fachhändler seines Vertrauens, festgelegt. Netterweise übernahm er auch noch den Transport. Danke K.!

Der Aperitiv: Ein La Guita Manzanilla, ein trockener Sherry aus Jerez mit den Aromen von Hefe und Mandel.

Als Vorspeise eine eigentlich banale, aber jedoch wohlschmeckende Kürbissuppe mit Ingwergremolata. Im Bild leider versunken. Als Beitrunk ein Cuvé der beiden Rebsorten Chardonnay und Viognier der Domaines Cazal Viel 2009 aus dem Languedoc in Südfrankreich.

Der 2. Gang ein  für mich völlig kritisches Element. Aber nur bis zum ersten Bissen… Ein Dattel-Senf-Risotto mit Nürnberger Bratwürstchen. Laut meinem Plan eigentlich mit Feigen und Salsiccia, aber Improvisation ist alles und ein bißchen Heimatverbundenheit ebenso! Die Datteln sind aufgrund meiner präzisen Schneidetechnik fast nicht zu erkennen, durch ihre Süße harmonisierten sie jedoch perfekt mit der Schärfe des Senfs. Wer wagt, gewinnt! Dazu ebenfalls der Cazal Viel.

Der 3. Gang. Zander auf karamellisierten Kürbisspalten mit Mini-Röstis und Dillpesto. Fisch und Karfoffeln: Passt. Fisch und Dill: Logisch. Kürbis: Herbstlich. Eigentlich alles keine große Sache aber in dieser Ausführung und Kombination zu unser allen Überraschung perfekt. Dazu ein “geiler” Wein: Ein 2009er Riesling vom Weingut Geil in Geyersberg in Rheinhessen. Geil!

Wir nähern uns langsam dem Ende, also Käse zum 4. Gang! Gebratener Camembert mit Kräutern und Rotweingelee. Entdeckt in der neuen Essen & Trinken vom November. Die exklusive Alternative zu gebackenem Camembert mit Preiselbeeren…;-) Dazu ein 2008er Burgunder vom Cháteau Philippe-Le-Hardi.

Die Nachspeise. Maronen-Créme-Brulée. Schwierig. Subjektiv der schwächste Gang. Sie war gut aber nicht überragend und fiel deswegen vom Rest etwas ab. Daran konnte auch der Tanit Moscato nicht mehr rütteln. Ein sizilianischer Dessertwein, der aus getrockneten und frischen Trauben vergoren wird. Süß, aber nicht ganz so süß wie ein Eiswein.

Noch 20 Stunden…

Freitag, 05. November 2010

Geplant: Ein 5-Gänge-Menü für 4 Personen. Wann: Morgen. Menüfolge: Noch ziemlich unklar….

Ich weiß, ich bin mit der Menüauswahl fast ein wenig  früh dran, immerhin sind es doch noch mindestens 20 Stunden bis zum Eintreffen der Gäste… wozu also die Hektik? In der Ruhe liegt bekanntlich die Kraft, bzw. die guten Einfälle. Hoffentlich lassen diese nicht mehr allzu lange auf sich warten, momentan bin ich einfach nur unkreativ, ratlos, einfallslos, planlos und man mags kaum glauben… menülos.

Tage- und manchmal nächtelange Überlegungen, Internetrecherche, Bücherwälzen und sogar ein mehrstündiges Telefonat mit einem morgigen Gast  – der gleichzeitig Küchenhilfe bzw. Beikoch ist, wobei er eigentlich für beide Berufsbezeichnungen manchmal deutlich überqualifiziert ist – haben bis jetzt zu keinem befriedigenden Ergebnis bzw. Konzept geführt. Wobei Telefonat vielleicht nicht ganz das richtige Wort ist… Eher ein Diskurs der von gegenseitiger Sympathie und Antipathie gegenüber den von uns vorgeschlagenen Gerichten geprägt war. Maronen-Creme-Brulée wär lecker…  Maronen? Hab ich zwar noch nie probiert, gehen aber definitiv überhaupt nicht… und Creme Brulée mag ich auch nicht… Banause!

Oft sprudeln die Ideen und Rezepte nur so, aber diesmal…Fehlanzeige! Meine Überredungskünste haben dann doch gewirkt und wir haben uns nach langem verbalen Kampf zumindest auf die Maronen-Brulée und das Feigen-Senf-Risotto mit Salsiccia geeinigt. Die Nachspeise und ein Gang stehen also. Passt. Falls mir also bis Morgen keine weiteren adäquaten Gerichte einfallen, muß der ortsansässige Pizzadienst bemüht werden. Passt ebenfalls. Denn sind es nicht die kleinen Dinge im Leben, die glücklich machen? Und noch glücklicher, glückliche Gäste?

Meerrettich-Kartoffelsuppe mit Räucherlachsnockerln

Mittwoch, 03. November 2010

Es ist wirklich total einfach eine leckere und auch noch sättigende Suppe zu kochen. Tütenkram braucht da wirklich kein Mensch, auch wenn die Supermarktregale voll davon sind!

Und so hab ich heute wieder mal meine neue Lieblingssuppe entdeckt, aber das schreibe ich ja fast bei jeder Suppe, oder? Egal, jedenfalls finde ich sie optimal bei diesen Temperaturen, denn die Schärfe des Meerrettichs wärmt zusätzlich von innen…

Zutaten für 2 Personen:

Meerrettich-Kartoffelsuppe

2 Schalotten
1/2 Knoblauchzehe
1 EL Rapsöl
50 ml Noilly Prat (ersatzweise trockener Weißwein)
600 ml Gemüsefond (ersatzweise Brühe)
200 g Kartoffeln
100 ml Sahne
50 g geriebener Meerrettich (oder nach Geschmack)
Muskatnuss
Pfeffer weiß

Räucherlachsnockerln

125 g Räucherlachs
1 Ei
50 ml Sahne
2 EL Semmelbrösel
1/2 Bund Dill
1 TL Zitronensaft
1 EL Noilly Prat
Pfeffer weiß
Salz

Zubereitung:

Schalotten und Knoblauch in feine Würfel schneiden und bei mitlerer Hitze in 1 EL Rapsöl glasig dünsten. Mit Noilly Prat ablöschen. Gemüsefond und kleingeschnittene Kartoffeln zugeben und ca. 15 Minuten köcheln lassen. Meerrettich zugeben. Anschließend mit dem Mixstab fein pürrieren und mit Muskatnuss und Pfeffer abschmecken.

Für die Nockerln alle Zutaten außer dem Dill in der Küchenmaschine pürrieren. Falls die Masse zu weich ist noch Semmelbrösel zugeben. Dill waschen, trockenschütteln, hacken und unter die Masse heben. 10 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.

In einem weiten Topf Salzwasser zum Kochen bringen. Aus dem Fischteig mit zwei Esslöffeln Nockerln formen, dabei die Löffel immer wieder in heißes Wasser tauchen. Hitze zurückschalten und die Nockerln ins leise kochende Wasser geben und ca. 8-10 Minuten darin gar ziehen lassen. Das Wasser soll nicht kochen.

Die Suppe wieder erhitzen und in die Teller verteilen. Die Nockerln mit der Schaumkelle aus dem Wasser holen und auf die Teller verteilen. Mit Meerrettich und Dill garnieren und servieren!